Ganz stressfrei, ohne Casting, ohne Suche, ohne anfängliche Vakanz ging heuer die Findung einer neuen Regentschaft für die Bad Brückenauer Narren über die Bühne.

Bereits im Vorjahr anlässlich des Prinzencastings in der "Klappe" zeigte die neue Regentschaft Interesse, jedoch überwog das Veto des Großvaters: "Mädje des is zu teuer für dich"!

Doch heuer überwog dann doch die Lust und Neugierde auf dieses Amt alle innerfamiliären Bedenken und so präsentiert sich Valerie Brust nun als Prinzessin Valerie die Erste von der scharfen Klinge im weißen Gewand als die neue offizielle Regentin der fünften Jahreszeit bis zum Aschermittwoch des nächsten Jahres.


Emanzipiert und schlagfertig

Die 24 Jahre junge Köchin in der Klinik Weckbecker, stammt aus dem jahrhundertealten Brückenauer Geschlecht der Familie Werner Brust. "Ich werde einen Heidenspaß haben, obwohl ich bisher nichts am Hut hatte mit Fasching, außer den Faschingszug anzuschauen", so die junge Dame in einem ersten Statement.

Bei der Frage nach einem möglichen noch zu findenden Prinzen zeigte sie dann ihre Bröggenäer Wurzeln: "Die könne net irgend än Hansel nebe mich gestell, ich kann dös a' alläns", was bedeutet, dass sie emanzipiert und nicht auf den Mund gefallen, das Amt alleine bekleiden möchte. Das "Bröggenäer Geschwotz" hat sie im Übrigen vom Opa gelernt.

Die finanziellen Bedenken des Opas konnten von den Verantwortlichen des Vereins aus jahrlanger Erfahrung heraus zerstreut werden. Wie wohl sich Valerie in den Kreisen der Karnevalisten fühlt, zeigt die Tatsache, dass sie mehr als einmal dem Sitzungspräsidenten spontan ins Wort fiel und mit ihren Beiträgen für Witz und Schwung sorgte. Groß waren die Augen von Werner Brust, als er als Zaungast beim Aufmarsch zum Rathaussturm seine Enkelin mit den Insignien der Macht, Diadem und Zepter, bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Zug entdeckte. "Die spinnt doch!", so seine erste spontane Äußerung, aber dann beschwichtigend: "Dös muss jeder für sich ausmach", die wird"s scho' wisse'."


Die Gesetze von Valerie Brusts Proklamation im Wortlaut

"Die nun folgenden 10 Regeln gelten ausnahmslos für alle Narren und sind während meiner Regentschaft über die Stadt Bad Brückenau tunlichst zu befolgen.

1. Die Bürgermeisterwahl 2016 wird abgesagt, ich übernehme das Bürgermeisteramt, so dass die Tradition eines weiblichen Stadtoberhauptes fortgeführt wird.

2. Da der Stadtrat mit sofortiger Wirkung außer Amtes ist, haben sie für die erstklassige Bewirtung vor und nach dem Faschingszug für alle Narren zu sorgen.

3. Der Tätsch´rverein hat umgehend seine Statuten zu ändern und in Zukunft dafür Sorge zu tragen, dass eine Frauenquote von mindestens 25 Prozent eingehalten wird.

4. Zu meiner persönlichen Erheiterung verpflichte ich die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau, zu unserem Faschingsball am 30.01.2016 eine Showeinlage in Form eines Männerballetts vorzuführen.

5 . Die Herrenmanschaft der Handballer muss sich während der Faschingssaison um das Wohlergehen meiner Prinzengarde kümmern. Die Verantwortung hierfür trage ich Dirk Stumpe auf.

6. Das Autohaus Löhmer hat meinem Privatchauffeuer Timo ein standesgemäßes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, mit dem er mich zu meinen hoheitlichen Verpflichtungen geleiten kann.

7. Sollte ich nach langen Faschingsveranstaltungen über die Landesgrenze hinaus zu erschöpft sein, um den Nachhauseweg zu bezwingen, so hat der Wirt der Klappe für mich eine angemessene Übernachtungsmöglichkeit vorzuhalten.

8. Da unser Exprinz Benjamin sich noch nicht entscheiden konnte, welches Amt er künftig in unserem Verein übernehmen könnte, hat er, da er aus einer Ärztefamilie stammt, dafür Sorge zu tragen, dass die medizinische Versorgung während der Kampagne für mich und mein Gefolge sichergestellt ist.

9. Die Klinik von Weckbecker ist als mein Arbeitgeber dazu verpflichtet, mir und meinem Gefolge nach der Kampagne eine sechswöchige Entschlackungskur zur Erholung und Entspannung zu ermöglichen.

10. Diese meine Gesetze sind tunlichst zu befolgen. Wer gegen eines oder mehrere Gesetze verstößt, muss im Mai 2016 ein Grillfest auf eigene Kosten für mich und mein Gefolge organisieren.

Gegeben, kundgetan und verlesen im November 2015."