120 Jahre heißt es in Speicherz nun "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr". Die Feuerwehr gründet sich laut Kommandant Martin Dehler auf "der bitteren Erkenntnis, dass ein Brand eine ganze Existenz vernichten kann". Anfangs verfügten die Floriansjünger lediglich über "einfachste Ausrüstung", wie Ledereimer.


Herausragende Rolle

Schwere Zeiten waren es für die Speicherzer während der Weltkriege, als die Wehr als Pflichtfeuerwehr geführt wurde. Für das kulturelle Leben am Ort spiele die Feuerwehr als einziger Verein eine "herausragende Rolle". Dehler hob das Engagement des damaligen Kommandanten und Kreisbrandmeisters a.D. Helmuth Hohmann hervor, unter dessen Leitung der Festplatz mit Grillhütte entstanden ist.

Pastoralreferent Bernhard Hopf lobte die Arbeit der Feuerwehrler. Es sei etwas "ganz Wichtiges, parat und bereit zu sein, anderen zu helfen". Auf den Fahnen sehe man das "lebendige Zeichen", wofür die Feuerwehr sich einsetzt: "Bereitschaft und Mut - schützen Menschen, Hab und Gut." Zum 120-jährigen Jubiläum sagte Hopf: "Wir blicken mit Stolz und Dank auf diese Zeit, auf die Männer und Frauen, die das Leben mitgestalten." Bei der Totenehrung betonte Hopf: "Ihr von der Feuerwehr tut Friedensdienst für euer Dorf." Man solle der Vergangenheit "in Dankbarkeit gedenken".


Feiern und gedenken

Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) sieht das 120-jährige Feuerwehrjubiläum als "Anlass zum Feiern, aber auch zum Gedenken". Die Feuerwehr sei "viel viel mehr" als eine Brandbekämpfungstruppe. Er hob hervor, dass die Wehr "seit 120 Jahren Dienst am Nächsten geleistet" hat. Der einzige Verein im Ort "ist sehr aktiv und das kulturelle Leben im Dorf steht und fällt mit der Feuerwehr". Was die Feuerwehrler in Speicherz geschaffen haben, könne das Rathaus mit Bauhof nicht bewältigen. Die FFW feierte dieses Jubiläum beim Sommerfest, ausgelassen und fröhlich. Das Dorfbackhaus war angeschürt worden. Zum Festbetrieb gab es Unterhaltung vom Musikverein Kothen, dem Original Pilsterecho, den Döllautalern und mit den Schlosshofmusikanten. Ein Feuerwerk erhellte den Samstagabend über den Feiernden.

1896 Die Freiwillige Feuerwehr Speicherz wurde am 20. Dezember 1896 "unter dem Allerhöchsten Protektorat Seiner Königlichen Hoheit Prinz-Regent Luitpold von Bayern" gegründet. Der erste Kommandant, damals wurde er noch "Hauptmann" genannt, war der 27-jährige Gregor Müller. Die anfangs 16 Mitglieder wurden von immer mehr Feuerwehrlern unterstützt.

Weitere Jahre 1907 waren 27 Mitglieder verzeichnet, 1996 übten 46 aktive Floriansjünger ihren Dienst aus, heute kann die Speicherzer Wehr 42 Mitglieder zählen. 1897 wurde die Ausrüstung Stück für Stück angeschafft, darunter ein Signalhorn, das seinen Dienst noch bis 1976 tat, als die Sirene auf dem alten Schulhaus angebracht wurde, und einen Spritzenwagen, der bis zum Jahr 1960 fuhr.

1969 Die Feuerwehrmänner hatten 1969 die alte Schulscheune in eine Gerätehalle umgebaut, im gleichen Jahr erfolgte der Umzug in dieselbe.

1978 Ebenfalls in Eigenleistung bauten die Brandschützer 1978 einen gebrauchten Hanomag in einen geschlossenen Kastenwagen um und verhalfen der Wehr zu ihrem ersten Motorlöschfahrzeug.

1993 Die Instandsetzungsarbeiten am Feuerwehrhaus in Speicherz erfolgten im Jahr 1993 - wieder in Eigenleistung.