Für Diakon Kim Sell war der vergangene Sonntag in zweierlei Hinsicht ein besonderer Tag. Gefeiert wurde zum einen das 50. Weihejubiläum der Kirche St. Josef, zu dem auch einige geistliche Gäste gekommen waren. Zum anderen ist Kim Sell nun Seelsorger für die Pfarreiengemeinschaften St. Georg Bad Brückenau und Maria Ehrenberg Kothen.

Dekan und Stadtpfarrer Michael Krammer führte durch den feierlichen Festgottesdienst und gab in seiner Predigt viele Denkanstöße. "Darf man feiern, wenn man weiß, dass beispielsweise in Syrien und im Irak unsere Schwestern und Brüder verfolgt und vertrieben werden, aufgrund ihres christlichen Glaubens?" Und Krammer dachte weiter: "Wenn wir lediglich den 50. Geburtstag eines Gebäudes feiern würden, wäre es wohl bedenklich. Aber es geht vielmehr um ein Gebäude aus lebendigen Steinen, die Gemeinschaft und den Glauben, und das Leid der anderen geht nicht an uns vorbei, wir leiden mit ihnen und beten für sie." Er ergänzte: "Dankbar darf zurückgeblickt werden, und es sollte auch nach vorne geblickt werden, denn sonst sind die Erinnerungen tot und wirkungslos. Die Kirche soll auch weiterhin mit Leben gefüllt und die Traditionen der Gemeinde fortgesetzt werden."

Feierliche Zeremonie

Schließlich wurde der Diakon als neuer Seelsorger für die Pfarreiengemeinschaften St. Georg Bad Brückenau und Maria Ehrenberg Kothen eingeführt. In einer feierlichen Zeremonie versprach er, das Amt mit allen Aufgaben wahrzunehmen.

Kim Sell wurde 1968 in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas, geboren. Mit sechs Jahren kam er nach Deutschland. Sell ist verheiratet und hat einen Sohn. Am 4. Oktober 2008 fand seine Diakonweihe statt. Seitdem unterstützte er das Seelsorgeteam der Pfarreiengemeinschaft Hammelburg.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Choralschola, den Bläsern der Musikkapelle Oberleichtersbach und dem Organisten Bernhard Hopf.

Bereits im Jahr 1953 empfahl der damalige Bischof von Würzburg und spätere Kardinal Julius Döpfner, die notwendige Erweiterung der Kirche vorzunehmen, und mit dieser Empfehlung wandte man sich im Jahr 1961 an das Bischöfliche Ordinariat. Am 3. Juni 1962 wurde von Kuratus Josef Hämel-Köhler und den Kirchenräten Josef Henkel, Karl Baumgart, Adam Heil und Andreas Jakobsche der Beschluss gefasst, an der Stelle der damaligen Kirche eine größere mit rund 300 Sitzplätzen zu errichten.

Ungewöhnlicher Bau

Für viele war die Art des Baus ungewöhnlich, und sie fragten daher, ob denn dort ein Kaufhaus oder ein Bunker gebaut würde. Als man hörte, dass es eine Kirche würde, wurde häufig der Begriff "Gebetssilo" benutzt.

Am 30. August 1964 konnte in die neue Kirche eingezogen werden. Im Laufe der 50 Jahre mussten immer wieder Sanierungen vorgenommen werden. Mitte der 70er wurde das Dach neu eingedeckt, 1989 mussten dringend Außenfassade, Heizung und der Pfarrsaal saniert werden. Darüber hinaus gab es unzählige Einzelmaßnahmen zur Erhaltung der Substanz und laufende Verschönerungsarbeiten.

Auch jetzt steht ein größeres Projekt bevor: Die künstlerisch wertvollen Betonfenster müssen dringend saniert werden.