Es ist heimelig rund um das Mottener Quellengebiet. Außer dem Rauschen der Bäume und dem Plätschern des Baches hört man nichts. Der Gemeinderat sieht das Quellengebiet mit anderen Augen, sind doch die Quellfassungen von 1953. Mottens Trinkwasser in ausreichender Menge in einwandfreier Qualität zu erhalten und zu fördern, war Hauptthema in der Gemeinderatsitzung. Heike Kraus und Tobias Harloff vom Planungsbüro BaurConsult erläuterten Vorgehensweise und Kostenverteilung bei einer Quellensanierung.

Sanierungsbedarf besteht bei den Quellen 1 und 2 sowie dem Brunnen 2. Sowohl dessen Wasser, als auch das der beiden Quellen, weist geringfügige Trübungen und Verkeimungen (Coliforme Keime) auf, die laut Heike Kraus in den Griff zu bekommen sind. Die Quellen liefern drei Liter pro Sekunde, Brunnen 2 maximal 3,8 Liter pro Sekunde. Um den Bedarf zu decken, soll der stillgelegte Brunnen 1 in der Zeit der Quellensanierung übergangsweise wieder ans Wassernetz gehen. Dieser erhält hierfür eine neue Pumpe, die rund zwei Liter pro Sekunde fördern soll. Beide Brunnen sollen mit einer mobilen Ultrafiltrations-Anlage ausgestattet werden.

Auf die Frage von Gemeinderat Alfons Erb, ob die Quellen für Motten nicht mehr ausreichen, erinnerte Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) an die Entsandung von Brunnen 2. Damals waren die beiden Quellen allein für den Bedarf ausreichend. Heike Kraus bestätigte: "Der Hauptanteil wird abgedeckt." Doch die Gemeinde möchte, auch aus Brandschutzgründen, auf Nummer sicher gehen.


Schürfarbeiten erforderlich

Neue Quellfassungen plant BaurConsult. Die Stahl-Beton-Mauern sollen auf einer Länge von 30 bis 40 Metern bis zu vier Meter tief in die Erde verlegt werden. Für die genaue Lage sind Schürfarbeiten erforderlich. Über einen Kontrollschacht wird eine Kamerabefahrung möglich. Tobias Harloff bestätigte auf Nachfrage von Gemeinderat Tobias Herbert, dass die Quellfassung nicht sicht- und begehbar sind. Die Quelle sei somit nahezu wartungsfrei.
In einem 3,50 Meter breiten Sammelschacht läuft das Wasser der Quellen zusammen und wird in die Leitung eingespeist. In dem Sammelschacht wird man Klappen steuern können, um Wasser von Quelle 1 oder Quelle 2 variabel nutzen zu können. Der Zwischenbehälter, ebenfalls stark in die Jahre gekommen und außer Betrieb, wird rückgebaut.

Das Wasserwerk, das bislang die Wasseraufbereitung mittels Entsäuerung und Desinfektion vornahm, soll zusätzlich Aufzeichnungen über den Trübungsgrad machen können. Außerdem sollen tägliche Messungen über die Quellenschüttungen sowie die Überprüfung des Einlauf- und Auslaufwasserzählers möglich sein.
Der Gemeinderat befürwortete einstimmig, die Ausschreibung durch BaurConsult vornehmen zu lassen.

Von den auf der Tagesordnung aufgeführten Bauanträgen hat der Gemeinderat die Errichtung eines Anbaus im Erlenweg vertagt. Gegen den Bau einer Lagerhalle und einer Löschwasserzisterne im Auweg 11 und den Anbau einer Unterstellhalle am Wertstoffhof im Auweg 7 hatte der Gemeinderat nichts einzuwenden.
Bürgermeister Jochen Vogel gab bekannt, dass durch die Breitbandversorgung in Motten nun 100 Megabit erreicht werden. Die Bushaltestelle auf der Wasserscheide wird in Richtung Kothen verlegt, da sie zu unübersichtlich ist. Auf Höhe vom Radweg ist sie von beiden Seiten gut einsehbar.


Dachziegel erneuern

Auf dem Vordach des Kothener Kindergartens werden die Dachziegel erneuert. Vogel denkt schon weiter. Das Vordach könnte zusätzlich über die Treppe bis zum Garten verlängert werden, vor der Kindergartentür könnte ein Windfang entstehen. Für 10 000 Euro bliebe es im Kindergarten selber somit sauber.

Wie Motten in Zukunft "am geschicktesten" mit Rücklagen umgeht, müssen Bürgermeister Vogel und der Gemeinderat überlegen. Dem Rathauschef waren von der Sparkasse Strafzinsen angekündigt worden, sollte das gemeindliche Konto mehr als 500 000 Euro auf der Haben-Seite aufzeigen.



Die Kosten:
Anstieg
Waren BaurConsult und auch die Gemeinde einem ersten Kostenentwurf zufolge von 350 000 Euro für die Sanierung der Quellen ausgegangen, sieht das heute anders aus. Auf 573 000 Euro ist die Kostenschätzung insgesamt angestiegen.

Zusätzlich Der Rückbau des Zwischenbehälters war nicht eingerechnet, diese schlägt mit 55 000 Euro zu Buche. Auch die Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik erhöht die ursprüngliche Kalkulation um 39 000 Euro.

Sanierung Die eigentliche Quellsanierung beläuft sich auf 245 000 Euro, Der Quellsammelschacht wird 60 000 Euro kosten.