Idyllisch und ruhig ist es eigentlich im Garten von Gerwin und Johanna Kellermann, doch plötzlich ist ein schnelles und lautes Hämmern zu hören. Gerwin gibt seinem neuesten Kunstwerk gerade noch den letzten Schliff. Einen Marder mit Beute hat er aus einem gewöhnlichen Steinblock erschaffen. Mittlerweile stehen viele seiner Kunstwerke überall auf dem Grundstück der Familie. Während im Inneren des Hauses die Gemälde von seiner Frau Johanna die Wände zieren.

"Der Stein gibt mir das Motiv vor", sagt Gerwin Kellermann und schlägt mit dem Hammer gezielt auf den Meisel. Bevor es aber überhaupt soweit ist, braucht es ein Motiv. Das ist jedoch gar nicht so einfach. "Auf einmal zack, habe ich eine Idee", erzählt der ehemalige Konrektor der Volksschule Wildflecken. Die Ideen kommen ihm in den ungewöhnlichsten Momenten. Das passiert dann auch mal beim Essen in einer Wirtschaft.
Bereits 1991 wurde bei ihm die Begeisterung für Steine und deren Bearbeitung geweckt. Zuerst beschäftigte er sich nur mit dem Bau von Mauern. "Erst 1993 sagte meine Frau zu mir, versuche, dich doch mal künstlerisch zu betätigen", erinnert sich Kellermann. Tierskulpturen hätten ihn schon immer interessiert. Aber erst auf Anraten seiner Frau wurde daraus eine Passion.

Aus Hobby wird Leidenschaft

Anfangs arbeitete Gerwin Kellermann noch an einfachen Motiven und nutzte dafür handelsübliches Werkzeug. Mittlerweile ist das anders. Aus dem Hobby wurde Leidenschaft, und die heutigen Kunstwerke kommen den von professionellen Bildhauern sehr nahe. "Technik und Werkzeug sind von Stein zu Stein unterschiedlich", sagt der 71-Jährige. Gerade beim Werkzeug überlässt Kellermann nichts dem Zufall. Auch im Urlaub hält er immer Ausschau nach geeigneten Steinen.

Seine Hilfsmittel beschafft er sich über einen professionellen Fachhandel aus Karlsruhe. Das ist auch notwendig, denn jeder Stein ist anders, und für jeden Stein braucht es auch spezielles Werkzeug. Heute stellt Kellermann aus vielen verschiedenen Arten von Steinen seine Skulpturen her - unter anderem aus Sandstein, Basalt, Marmor oder auch Kalkstein. "Ich versuche, meinen Tieren Bewegung mitzugeben", betont er. Es ist von ihm gewollt, dass seine Skulpturen keine statische Abbildung darstellen. In seiner Ausstellung zeigt Gerwin Kellermann knapp 20 seiner Kunstwerke.

Seine Frau Johanna sitzt auf der anderen Seite des Gartens und frönt dort ihrer Leidenschaft - dem Malen. Dabei geht es aber deutlich ruhiger zu als bei ihrem Mann. Schon als Kind entdeckte sie ihre Passion. "Ich habe immer wieder einmal gemalt, wenn ich Zeit und Muße hatte", erzählt Johanna Kellermann. Gerade Aquarell- und Pastellmalereien haben es der 68-Jährigen angetan. Ihre beliebtesten Motive sind Landschaften, Tiere, Menschen und Steinbrüche. In ihrer Ausstellung präsentiert sie 30 ihrer Kunstwerke.Gemeinsam teilen sie die Sammelleidenschaft für Steinfossilien. Auch den einen oder anderen Urlaub haben die beiden schon mit diesem Hobby verbracht. Das betont auch Johanna Kellermann: "Wir versuchen unsere Interessen mit einem Urlaub zu verbinden."

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist vom 18. Juli bis 15. September im Haus der Schwarzen Berge in Oberbach zu sehen. Sie ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr, geöffnet.