Durch die frühere innerdeutsche Grenze blieben viele Abschnitte unberührt, andere wurden für die Grenzpatrouillen offen gehalten. Diese Kombination aus Berglage, ungestörten Waldbereichen und offenen Landschaften schuf einen besonderen Lebensraum im Unesco Biosphärenreservat Rhön. Die Bergwiesen sind deshalb so vielfältig, wie in kaum einer anderen Gegend in Deutschland. In der Rhön hielten sich Pflanzen, die in anderen Gegenden von Wald verdrängt wurden.

Typisch für die Rhöner Hochplateaus sind weite Flächen von Borstgrasrasen, wie am Südhang der Wasserkuppe. Anders als in anderen deutschen Mittelgebirgen nutzten die Rhöner Bauern nicht nur die Berghänge, sondern auch die Hochlagen als Weidegebiete oder Heuwiesen. Deshalb waren die Plateaus bereits im Hochmittelalter fast entwaldet. Und weil das Rhöner Klima rau ist, konnten sich in dem Grasland Arten wie in höheren Gebirgen ansiedeln. Was auf den ersten Blick als grüne Wiese erscheint, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als artenreiches Biotop. Zwischen Borstgrasbüscheln blühen beispielsweise Arnika, Hundsveilchen, Kreuzblume, Orchideen und Katzenpfötchen.

Zahmer, aber durchaus fürstlich sind viele Garten- und Parkanlagen in der Rhön. Denn in den Rhöner Kurorten erholten sich in vergangenen Jahrhunderten Europas Monarchen. So entstand die Gartenanlage im Staatsbad Bad Brückenau 1747.