Während die gut funktionierende und erfolgreiche Jugendarbeit für Optimismus bei der Wehr sorgt, bereitet die unzureichende Übungsbeteiligung der aktiven Wehrleute dem Kommandanten Kopfzerbrechen.
"Es gibt Mitglieder, die im vergangenen Jahr bei keiner einzigen Übung gesehen wurden. Das kann nicht sein", sagte Kommandant David Kretschmann. 20 Gruppenübungen waren 2016 angesetzt worden, teilweise samstags, teilweise montags. "Ich erwarte natürlich von niemandem, dass er zu allen Übungen kommt. Aber man kann es schaffen, zur Hälfte der Übungen zu erscheinen. Mindestens fünf Übungen pro Jahr sollten für keinen ein Problem sein. Die Übungsbeteiligung ist stark verbesserungsbedürftig."
Der Frust sitzt tief beim Kommandanten, der sich zwischenzeitlich sogar überlegt hatte, seinen Posten aufzugeben. "Ich bin dafür verantwortlich, dass wir eine einsatzfähige Feuerwehr in Oberwildflecken haben." Doch Kretschmann gibt nicht auf und will heuer Dinge verändern. So wird die Gesamtzahl der Übungen über das Jahr hinweg reduziert und mit der Werkfeuerwehr von Paul & Co kooperiert.
Die Werkfeuerwehr übt jeden ersten Samstag im Monat, dabei wird auch die Freiwillige Feuerwehr von Oberwildflecken einbezogen. Kommandant Marius Stranzik führt nicht nur die Wehr bei Paul & Co, er ist auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Oberwildflecken. Zudem ist Michael Hackl Vorsitzender des Oberwildfleckener Feuerwehrvereins und stellvertretender Kommandant der Werkfeuerwehr. Es sollen sich durch die weitere Verstärkung der Zusammenarbeit positive Synergie-Effekte ergeben. "Ich erhoffe mir dadurch, dass sich unsere Übungsbeteiligung verbessern lässt."
Eventuell wird es zusätzliche Übungen für die Jugendlichen geben. Feuerwehrmitglied Heiko Peter ging auf die beruflichen, familiären und privaten Verpflichtungen ein, die es nicht mehr ganz so einfach machen, den Übungsbetrieb kontinuierlich am Leben zu erhalten. Peter rief dazu auf, die Geselligkeit der Kameraden untereinander wieder mehr zu fördern.


Sechs Einsätze

Kommandant Kretschmann berichtete zudem, dass heuer eine Leistungsprüfung in Kooperation mit den Freiwilligen Feuerwehren aus Oberbach und Wildflecken angestrebt wird. "Das war eigentlich schon für letztes Jahr mein Ziel, hat aber noch nicht geklappt." Kretschmann ging auch auf die sechs Einsätze des zurückliegenden Jahres ein. So mussten die Wehrleute Veranstaltungen absichern und waren zudem bei einer Vermissten-Suche im Juli im Einsatz. Tatsächlich gelang es der Oberwildfleckener Feuerwehr, die vermisste Person auf einem Waldweg zu finden. Auch ein Polizei-Hubschrauber mit Wärmebildkamera war seinerzeit am Einsatz beteiligt.
Michael Hackl, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, berichtete über die gesellschaftlichen Aktivitäten der Wehrleute. Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) betonte, welch hohen Stellenwert der Feuerwehrdienst für die Gemeinde hat. Er rief dazu auf, den neuen Dorfplatz noch stärker für Veranstaltungen zu nutzen.


Kooperation mit Bundeswehr

Die Kreisfrauenbeauftragte Birgit Below zeigte sich begeistert vom hohen Frauenanteil in der Oberwildfleckener Feuerwehr. Below machte deutlich, dass die Frauen längst voll akzeptierte Mitglieder in den Feuerwehren des Landkreises seien. Kreisbrandinspektor Wolfgang Kenner appellierte an die Wehrleute, sich regelmäßig bei Übungen zu beteiligen. Georg Helfrich, Kommandant der Feuerwehr in Wildflecken, rief erneut zu gemeinsamen Übungen der drei Ortsteilfeuerwehren auf. Von allen Kommandanten wurde die Kooperation mit der Feuerwehr der Bundeswehr am Standort Wildflecken gelobt. Immer wieder arbeitet die Bundeswehr-Feuerwehr mit den freiwilligen Kameraden zusammen. Der Standort Wildflecken erhält als Feuerwache der Bundeswehr künftig personell sogar noch eine größere Bedeutung.