In den Wintermonaten haben die Wohnungseinbrecher Hochkonjunktur. Sie nutzen die frühe Dunkelheit aus, um ungesehen schon am Tage vorzugsweise in freistehende Einfamilienhäuser einzudringen. Die Polizeiinspektion (PI) Bad Brückenau versucht diesem Phänomen schon seit Wochen mit Aufklärung, verstärkten Kontrollen und offenen Präventivstreifen in Wohngebieten entgegen zu wirken.

Und sie hat damit Erfolg. Denn während im angrenzenden hessischen Bereich und der Untermainregion sowie in der Würzburger Gegend fast täglich neue Einbrüche in den Lagemeldungen dokumentiert werden müssen, sei der Bereich Main/Rhön wesentlich geringer belastet, der Altlandkreis Bad Brückenau bislang gar weitgehend verschont von dieser Art Straftaten, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Dennoch verzeichnet die unterfränkische Polizei seit September fast 200 Einbrüche in Wohnungen. Im Bereich der Bad Brückenauer Inspektion musste dieser Kategorie im Erfassungszeitraum zwar erst ein Einbruch zugeordnet werden. Allerdings müsse jederzeit mit einem Überschwappen der Welle in die Rhön gerechnet werden, so der Inspektionsleiter Herbert Markert.

Kriterien zur Fall-Bearbeitung

Um den, oft überregional agierenden, Tätern Herr zu werden, werden die Fälle beim Vorliegen bestimmter Kriterien von der Kriminalpolizei Schweinfurt unter Einbindung der örtlich zuständigen Dienststelle bearbeitet.
Jede verhinderte Straftat sei besser als eine aufgeklärte, erklärt Markert die Einstellung der Polizei. So nutzte die Polizeiinspektion Bad Brückenau ebenso wie die Nachbardienststellen kürzlich einen Schwerpunkteinsatz der Würzburger Bereitschaftspolizei im Landkreis Bad Kissingen, um die frisch ausgebildeten Polizisten präventiv einzusetzen.

Die jungen Beamten der Bereitschaftspolizei waren zu Beginn des Herbstes vom Polizeipräsidium Unterfranken in die Prävention gegen Wohnungseinbruch gründlich eingewiesen worden. Sie suchten das Gespräch mit Hausbesitzern und Wohnungsinhabern. Gerne beantworteten sie Fragen, erteilten Ratschläge und verteilten Flyer mit Hinweisen, wie man sich gegen diese Art der Kriminalität am besten schützen kann.

Zusätzliche Streifen

Sechs zusätzliche Streifen, davon eine eigene Zivilstreife, konnte die Polizeiinspektion Bad Brückenau so für Kontrollen von verdächtigen Fahrzeugen und die präventive Bestreifung der Wohngebiete in den Dienstbereichsgemeinden einsetzen. Nach dem Info-Stand in der Bad Brückenauer Innenstadt sei dies eine weitere groß angelegte Präventionsmaßnahme im hiesigen Dienstbereich gewesen, so der Inspektionsleiter.

Die Polizei will durch konkrete und praktische Verhaltenstipps Einbrüche von vornherein verhindern. Für eine kostenlose und neutrale Beratung zu effektivem Einbruchschutz steht die Beratungsstelle bei der Kriminalpolizei Schweinfurt gerne bereit.


So schützen Sie sich vor Einbrechern

Schlösser Fenster und Türen sollen bei jedem Verlassen des Hauses sorgfältig versperrt und nicht nur ins Schloss gezogen werden.

Licht schreckt Diebe ab. Die Erfahrung zeigt, dass sich Täter beim Auskundschaften bevorzugt die Objekte aussuchen, bei denen scheinbar niemand zuhause ist. Durch den Einsatz von Zeitschaltuhren können schon vor dem Nachhausekommen im Wohnzimmer die Lichter angehen.

Telefon Der Anrufbeantworter sollte keine Hinweise auf Urlaubszeiten oder längere Abwesenheit geben.

Nachbarn
Setzen Sie auf ein gutes Nachbarschaftsverhältnis und haben Sie auch immer einen Blick für die Nachbaranwesen. Objekte werden oft ausgespäht. Daher bittet die Polizei, Wahrnehmungen über Fahrzeuge oder Personen, die nicht in ein Wohngebiet gehören, so schnell wie möglich über den Notruf 110 zu melden. Nur eine zeitnahe Meldung ermöglicht auch eine erfolgreiche Fahndung.

Post Auch nicht geleerte und verstopfte Briefkasten könnten Einbrecher förmlich als Einladung auffassen.

Geld Wenn doch ein Einbrecher ins Haus gelangt ist, kann der Diebstahlsschaden gering gehalten werden, wenn keine größeren Geldbeträge oder Wertsachen im Haus aufbewahrt werden. Für diese Fälle empfiehlt es sich ein Schließfach bei einer Bank.

Kühler Kopf Wohnungseinbrecher gehen, vor allem wenn sie tagsüber oder in der Dämmerung einsteigen, manchmal bewusst das Risiko ein, dass ein Bewohner zuhause ist oder nach Hause kommt. Vermeiden Sie die direkte Konfrontation, sondern rufenden Notruf 110 der Polizei an, wenn Sie Fremde auf ihrem Grundstück oder in der Wohnung überraschen!