Mit lautem Getöse lädt Norbert Zink eine Ladung Steine von seinem Kipp-Laster ab. Der Wind trägt den Staub durch die Straße. "Gut, sehr gut", sagt der Polier der Firma Ullrich Bau, die mit der Sanierung der Unterhainstraße und eines Teilstücks der Sinnaustraße beauftragt ist. Die Arbeiten lägen im Plan. Anfang August kommt die Asphaltdeckschicht auf die Straße und dann ist bald Schluss mit der Baustelle im Stadtzentrum. Zumindest mit einer Baustelle mitten im Stadtzentrum...

Am Freitag, 1. August, ist der Stichtag für Zink und seine Leute. Dann wird die letzte Schicht auf die Unterhainstraße aufgetragen. Auch das Teilstück Sinnaustraße von der VR-Bank bis zu den Stadtwerken und der Abschnitt Alter Schlachthofweg vom Friseur Hamelmann bis zur Praxis Dr. Hollweg werden gleich mitgemacht. "Da haben wir schwer zu kämpfen, dass wir das alles schaffen an einem Tag", sagt der Polier.

Morgens um sechs Uhr fängt die erste Kolonne mit der Sperrung der Straße an. Die zweite Mannschaft reinigt die Straße und trägt den Haftkleber auf, der als Haftbrücke zwischen alter und neuer Tragschicht dient. 170 Grad heiß ist das Mischgut, wenn es auf den Kleber aufgebracht wird. "Samstag und Sonntag kühlt die Straße dann aus", erklärt Zink, warum die Sperrung für das gesamte Wochenende gilt. Ab Montag um 8 Uhr seien die Straßen aber alle wieder frei.

Holzbrücken über den Asphalt

"Alle Geschäfte sind zu Fuß gut zu erreichen", sagt Karl Heinz Weismantel vom Bauamt der Stadt. Die Leute können auf dem Sinnauplatz bei den Stadtwerken parken und zu Fuß in die Innenstadt laufen. An drei Stellen führen Holzbrücken über die Unterhainstraße. Der Parkplatz am E-Center ist von der TV-Halle aus zugänglich. Für die Anwohner allerdings wird es in dieser Zeit schwierig. Die Stadtverwaltung hat sie in einem Schreiben gebeten, ihre Fahrzeuge woanders zu parken.

Schwierig ist es auch für die Geschäftsleute, und zwar nicht nur Anfang August, sondern schon seit über einem Jahr. Im Juni 2013 - direkt nach dem Stadtfest - starteten die Arbeiten in der Unterhainstraße. Lärm und Schmutz sind seitdem zu ständigen Begleitern geworden.

"Ich habe Verständnis dafür, dass die Stadt schön gemacht wird", sagt beispielsweise Verena Geisler vom Bestell-Shop an der Ecke Unterhainstraße zur Sinnaustraße. Aber vielen sei gar nicht klar, was für Beeinträchtigungen die Sanierung für die Geschäfte bedeute. Gabriele Hamelmann, deren Friseursalon zur Zeit im Zentrum der Bauarbeiten liegt, sieht das ähnlich. Kunden würden anrufen und sich erkundigen, ob überhaupt geöffnet sei, erzählt sie. "Ich glaube nicht, dass es sich irgendein Geschäft in Bad Brückenau leisten kann, für einige Tage zu schließen, nur weil vor der Tür gerade gebaut wird."

Lange dauert die Belastung nun aber nicht mehr. Nachdem die Asphaltierung abgeschlossen ist, müssen nur noch ein paar Restarbeiten erledigt werden, sagt Karl Heinz Weismantel. Er rechnet damit, dass die Sanierung Mitte August vollständig abgeschlossen ist. Ursprünglich war die Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass die Baustelle bis Juli fertig würde. Nun dauert es doch ein paar Wochen länger. Mit den Baukosten ist Weismantel indes zufrieden: "Wir haben unseren Kostenrahmen eingehalten." Insgesamt kostete die Sanierung von Unterhainstraße und des Abschnitts in der Sinnaustraße rund 880.000 Euro.