Vom Internet abhängig? "Sehr!" - lautet die einstimmige Antwort aus dem Hause Fahrzeugbau Möller im Gewerbegebiet in Motten. So ziemlich alles läuft über das Internet, für Ersatzteilbestellungen, Lieferauskünfte und Garantieeinreichungen wählen sich die Mitarbeiter ins Worldwideweb ein.

Thomas Statt, kaufmännischer Angestellter bei der Firma, ist froh, bereits die schnellere Internet-Verbindung nutzen zu können, vor zwei Jahren sah das noch ganz anders aus. Trotzdem hakt es immer mal wieder. Im geschäftigen Arbeitsalltag könnte man die Zeit, in der sich eine Seite aufbaut, sinnvoller nutzen. "Im gewerblichen Bereich ist schneller immer besser", bekräftigt Statt.

Vertrag mit Stadtwerken

Von der technischen Seite aus ist dies bald möglich. Vergangene Woche hat die Gemeinde Motten den Vertrag mit den Stadtwerken Hammelburg unter Dach und Fach gebracht.

Mit der Förderzusage des Freistaates Bayern im Rücken werden im Laufe des Jahres Glasfaserkabel verlegt. Von den Gesamtkosten in Höhe von 552 386 Euro übernimmt der Freistaat 80 Prozent. Die verbleibenden 110 477 Euro steuert die Gemeinde bei.

Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) freut sich, die laut Breitbandrichtlinie "schwarzen Flecken" beseitigen zu können. "Gewerbe braucht mehr Breitband-Volumen. Die haben das begrüßt, dass wir in das Förderprogramm eingestiegen sind." 2013 hatte die Gemeinde den Bedarf ermittelt. 15 Unternehmen hatten angegeben, mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream (aus dem Netz herunterladen) und mindestens 2 Mbit/s Upstream (vom Computer ins Netz hochladen) zu benötigen. Zwar hatte keine Firma eine Beschwerde eingereicht, aber: "Man muss an die Zukunft denken. Heute reicht es vielleicht noch, aber morgen?", sorgt Vogel für freie Fahrt auf der Datenautobahn. Private Internetnutzer werden von der Maßnahme ebenfalls profitieren. Wenn das Glasfasernetz vorhanden ist, kann dieses auch über andere Provider genutzt werden.

Laut Stephan Dausacker von den Stadtwerken Hammelburg werden die baulichen Maßnahmen je nach Wetterlage ab März diesen Jahres sowohl in Motten, als auch parallel dazu im "Erschließungsgebiet 2", in Spei-cherz, begonnen werden können. Dausacker rechnet mit einer neunmonatigen Bauphase, bis Ende 2015 soll die gesamte Gemeinde schneller surfen können. Die Arbeiten werden von den Stadtwerken Hammelburg in Kürze vergeben werden.

In Speicherz Straße aufbaggern

In Speicherz wird die Straße aus Richtung Kothen bis zum Verteilerkasten aufgebaggert, um Glasfaserkabel zu verlegen. In dem südlichsten Ortsteil wird somit der FTTC-Status (Fiber-to-the-curb) ermöglicht. Dort wird die Glasfaser bis zum Verteilerkasten verlegt und an den Kabelverzweiger angeschlossen. Von dort bis zum Endverbraucher laufen die Daten über die bereits bestehenden Kupferkabel der Telekom. Spitzenwerte bis zu 50 Mbit/s sollen in Speicherz möglich werden.

In Kothen sind keine Maßnahmen vorgesehen, dort sind über den Hauptverteiler der Telekom bereits zügige Internetverbindungen möglich. In Motten sind bereits Glasfaserverbindungen vorhanden, im Gewerbegebiet hingegen muss ab dem Verteilerkasten in Höhe von Fahrzeugbau Möller noch aufgegraben werden. Auf Wunsch können Glasfasern bis zum Gebäude verlegt werden, also Fibre-to-the-building (FTTB). Der Mottener User soll dann bis zu 100 Mbit/s schnelles Internet nutzen können.