Die Idee wurde praktisch am Küchentisch von Michaela und Ingo Queck geboren. "Wir müssten von dem faszinierenden Tier einmal etwas Nachhaltiges außerhalb der reinen Beobachtung seiner Lebensweise machen", hatten die engagierten Naturschützer überlegt. Mehrere intensive Gespräche mit anderen Fachleuten folgten. Dann fiel der Startschuss zum Umweltbildungsprojekt, unter dem Motto "Ach Du lieber Biber - an der Sinn ist was los!"

"Bis zur Realisierung des Buches von Kindern für Kinder war es zwar ein langer, aber für alle Mitwirkenden ein höchst interessanter Weg", weiß Projektleiterin Michaela Queck zu berichten. Beteiligt waren zunächst Schüler der 3. und 4. Klassen der Grundschulen Motten, Riedenberg und Zeitlofs sowie Fünftklässler des Franz-Miltenberger-Gymnasiums. Sie erkundeten im Schuljahr 2013/14 auf Exkursionen und in Lernzirkeln mit den BN-Experten Robert Hildmann und Claus Schenk den Lebensraum und die Bedürfnisse des Bibers. Danach dachten sich die Kinder im Unterricht mit den Lehrerinnen Theresia Sommer, Christine Fischer, Andrea Heinle, Angelika Krug, Ursula Buchholz, Barbara Libner und Michaela Reinhard Bibergeschichten aus.

Leuchtend und farbenfroh

Queck und der BN-Kreisgruppenvorsitzende Franz Zang bearbeiteten die Stories dann im Hinblick auf die Lesefreundlichkeit und einige andere Faktoren: "Wir haben die Texte vor allem um Sachinformationen und um einige Kniffe und Wendungen erweitert." Die 10. Klassen des Franz-Miltenberger-Gymnasiums mit Kunstlehrerin Verena Bedenk gestalteten im Schuljahr 2014/15 die Illustrationen zu den Geschichten. Entstanden sind leuchtende, farbenfrohe Aquarelle mit vielen witzigen Anspielungen und Details.

Wie gut sich die jungen Autoren und Künstler mit dem "Baumeister der Natur" auseinandergesetzt haben, davon konnten sich jetzt zahlreiche Gäste, unter ihnen auch Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU), bei der Ausstellungseröffnung in der VR-Bank Bad Brückenau in der Unterhainstrasse überzeugen. Dort werden bis zum 3. August an Schautafeln die Geschichten und Illustrationen gezeigt. Gleich im Anschluss soll das Buch veröffentlicht werden.

"Hier sind richtige Kunstwerke entstanden", war VR-Bank-Filialdirektor Armin Förg von der Präsentation beeindruckt. Es zeige, dass die Jugend nicht nur PC und Handy im Kopf habe, sondern durchaus sehr kreativ sein könne.

Freizeitgestaltung gelobt

Lobende Worte fand er für diese Art einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Queck und Zang bedankten sich bei allen Beteiligten, die das Umweltbildungsprojekt zum Thema Biber in irgendeiner Form unterstützt haben. Studienrätin Bedenk erläuterte unter anderem die Maltechniken ihrer Schützlinge. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Carlo Hilsdorf. Er sorgte nicht nur mit seinen lustigen Liedertexten für Schmunzeln, sondern auch mit der Feststellung: "Mein Biber heißt Justin."

Projekt Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe hat im Projekt "Sinnallianz" über mehrere Jahre hinweg Flächen entlang des Wildbaches Sinn aufgekauft, um eine natürliche Auwaldentwicklung zu ermöglichen. Die neu entstandenen Wälder haben auch den Biber wieder an die Sinn gelockt. Der "Baumeister der Natur" türmt Burgen auf und legt Dämme an, seine Gänge und Rutschen säumen das Sinnufer. Das von den Bibern aufgestaute Wasser verwandelt den Uferbereich in Feuchtbiotope mit einer kaum zu überbietenden Artenvielfalt. Ganz nebenbei entstehen so Pufferzonen im Sinne modernen Hochwasserschutzes.