Die Marienkirche im Staatsbad ist ein auffallendes Gebäaude, ein Kleinod, ein Schatz im Staatsbad,und vielen Menschen wichtig. Bei einem Besuch in dem Gotteshaus und einem Spaziergang durch das Staatsbad fällt es durchaus auf, wenn Dinge nicht in Ordnung sind. So war es auch Anfang des Jahres mit der Information eines Lesers, dass ein Teil der Mauer eingefallen ist und bei der Marienstatue der Winterschutz fehlte.

Die Marienkirche und die Mariensäule stehen in der Verwaltung der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY). Ludwig Weichselbaumer, der stellvertretender Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern äußert sich auf Anfrage der Zeitung in einem Schreiben: "Ursprünglich für den Kurbetrieb errichtet, sind sie seit 1997 aus dem Staatsbad ausgegliedert." Gleichwohl habe es das Staatsbad - ein von der Immobilien Freistaat Bayern zu unterscheidender eigenständiger Staatsbetrieb - seither stets übernommen, die Mariensäule für den Winter einzuhausen. "Das ist lediglich im Winter 2014/2015 aus organisatorischen Gründen unterblieben", ergänzt Weichselbaumer. "In Abstimmung mit dem Staatsbad und dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt wird die IMBY dafür Sorge tragen, dass die Einhausung in künftigen Wintern weiterhin hergestellt wird."

Suche nach der Einsturzursache

Die Bauaufsicht über die staatseigenen Gebäude liegt bei der Staatsbauverwaltung, die auch deren baufachliche Betreuung wahrnimmt. Über den Einsturz eines Abschnitts der Kirchhofmauer hat das Staatliche Bauamt Schweinfurt die IMBY im Januar unterrichtet. Zugleich hat sich das Bauamt um die Absperrung gekümmert, damit von dem Areal keine Gefahr ausgeht. "Vor dem Beginn von Instandsetzungsarbeiten ist das Ergebnis der bauamtlichen Untersuchungen über die Ursache des Einsturzes und den aktuellen baulichen Handlungsbedarf abzuwarten", weiß Weichselbaumer. Wann der Wiederaufbau erfolgen und wie eine weitere Instandsetzung der Kirchhofmauer aussehen kann, hänge vom Ergebnis dieser Prüfungen ab.

"Am Seiteneingang der Kirche, der nach unserer Information derzeit nicht genutzt wird, bestehen keine Sicherheitsprobleme", sagt Weichselbaumer. Eine optische Verbesserung werde dennoch angestrebt. "Die IMBY ist sich ihrer Verantwortung für das Kirchengebäude und seinen Umgriff bewusst und nimmt diese in Zusammenarbeit mit dem Bauamt auch wahr. Freilich muss dabei für alle in unserer Verwaltung stehenden Objekte sicherheitsrelevanten und funktionalen Belangen Vorrang eingeräumt werden", heißt es weiter.

Schließlich erinnert Weichselbaumer daran, dass erst im Winter 2014/ 2015 rund 20 000 Euro in die Instandsetzung der von Schimmel befallenen Orgel in der Katholischen Marienkirche investiert worden waren.



Die Marienkirche

Geschichte Die Kirche trägt den Namen "Maria, Heil der Kranken". Sie ist nach Entwürfen des Hofbaurats Eugen Drollinger entstanden und wurde 1908 eingeweiht. Mit ihrem Zwiebelturm erinnert der sakrale Bau an katholische Kirchen im südbayerischen Raum.

Architektur und Ausgestaltung Der Kircheninnenraum ist im "barockisierenden Jugendstil" gestaltet. Auffallend ist der aus rotem Sandstein in Fischgrätenmuster bestehende Boden. Das Bild im Hochaltar "Maria in der Glorie" stammt von einem unbekannten Maler aus dem süddeutschen Raum und ist eine Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldegalerie. Es wird auf das frühe 17. Jahrhundert datiert. Die Seitenaltäre sind frühere Arbeiten, die Eugen Drollinger in die Kirche integrierte. Der Kreuzweg wurde von Sebastian Putz geschaffen. Von dessen Tochter Charlotte Putz stammen der Heilige Georg am Aufgang zur Empore und der Heilige Antonius am Seiteneingang. Später kamen dazu der Heilige Kilian und der Heilige Bonifatius. Quelle: Wikipedia