"Es ist die Chance, einen Einblick ins Berufsleben zu bekommen", sagt Erika Hän lein, Rektorin der Mittelschule in Wildflecken. Überall im Klassenzimmer sind verschiedene Stationen aufgebaut. Motorsägen, Friseurpuppen, ein Hängeschrank und viele weitere Gegenstände sind in dem kleinen Raum zu sehen. Die Schüler der 8. Klasse beteiligten sich mit gro ßem Interesse an den betrieblichen Lernaufgaben. Nun steht die Präsentation ihrer Be rufe und Betriebe an.

Hilfe bei der Berufswahl

Die Praxistage ermöglichen den Schülern einen Einblick in die Arbeitswelt. "Die Schüler stellen heute ihre Ausbildungsbetriebe und Berufe aus der Region vor", berichtet Christiane Helfrich, Lehrerin der Achtklässler. Bereits zum sechsten Mal nimmt die Mittelschule am Projekt teil. 19 Schüler waren in Betrieben der Region eingesetzt. Einige Schüler haben durch die Teilnahme am Projekt ihren Traumberuf gefunden und sogar schon mündliche Zusagen für einen künftigen Ausbildungsplatz erhalten.

Doch bevor es dazu kam, ha ben die Schüler in Zusammenarbeit mit dem Berufsorientierungsnetzwerk Bad Kissingen zuerst ein Bewerbungstraining durchlaufen. Dann erfolgten die Bewerbungen an verschiedene Be triebe in der Region. "Berufsorientierung ist heutzutage ein wichtiges Thema in der Schule", mahnt Hänlein. Nach der Zusage für einen Praktikumsplatz absolvierten die Achtklässler eine Blockwoche in ihren jeweiligen Betrieben. Dann waren sie 14 aufeinander folgende Wochen je einen Tag im Betrieb. So auch Kilian Leipold, der seine Praxistage bei der Firma Müller Landtechnik in Hammelburg absolvierte. Bei seiner Präsentation zeigt er den El tern und Vertretern der Praktikumsbetriebe die Wartung und Funktionsweise einer Motorsäge. Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik heißt der Beruf, den Kilian näher betrachtet hat. "Ich habe viel gelernt, und die Arbeit hat mir Spaß ge macht", erzählt der Schüler.

Lehrstellenmangel decken

In der 8. Klasse nehmen die Schüler an der ersten Phase des Projekts teil. Im nächsten Schuljahr folgt der zweite Teil. "Wir erreichen dadurch eine sehr hohe Passung für die jeweiligen Schüler", sagt Helfrich. Aber nicht nur für die Schüler sind die Praxistage hilfreich. "Auch für die Betriebe ist das ei ne gute Sache", ergänzt Helfrich. Da zunehmend ein Mangel an Auszubildenden herrsche, nutzten viele Firmen diesen Weg, um ihren Lehrstellenmangel zu decken. Für die Schüler selbst war die betriebliche Lernaufgabe eine sehr gute Erfahrung. So sind sie für den Start ins Berufsleben bestens vorbereitet.