Eines der Tiere prallte gegen die Fahrertüre. Alle Rehe verschwanden in der Dunkelheit. Der Fahrer hatte Glück. Er blieb unverletzt, am Fahrzeug entstand kein nennenswerter Schaden.


Sieben Unfälle in 48 Stunden

Damit mussten in den ersten 48 Stunden dieser Woche bereits sieben Wildunfälle im Bereich der Polizeiinspektion Bad Brückenau registriert werden. Dies teilte die Beamten mit.

Bereits einige Stunden vorher am Dienstagabend, nach Einbruch der Dunkelheit, war einem Fahrzeuglenker auf der Staatsstraße bei Zeitlofs kurz vor der Landesgrenze nach Hessen ebenfalls ein Reh vor den Kühler gelaufen. Der rechte vordere Kotflügel, die Scheinwerfer und der Kühler wurden beschädigt. Das Tier war sofort tot. Bereits am Dienstagmorgen war es zu zwei weiteren Wildunfällen gekommen, bei denen ein weiteres Reh und ein Wildschwein getötet wurden.
Kurz nach 5 Uhr hatte ein Autofahrer auf der Bundesstraße B 27 nördlich von Motten eine Bache erwischt, die plötzlich auf die Straße gelaufen war. Zwei Stunden später sah ein 28-Jähriger auf der Staatsstraße St 2431 zwischen Geroda und Schondra im Bereich der Autobahnunterführung ein Reh zu spät, das von links aus dem Graben auf die Straße rannte. Er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste das Tier mit seinem Auto. Glücklicherweise ging es ohne Verletzung und mit geringem Sachschaden aus.


Anstieg um fast 20 Prozent

In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Wildunfälle gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 20 Prozent auf 158 an. Nahezu alle Bereiche im Altlandkreis sind betroffen. Besonders gefährlich sind die langen Herbst- und Winternächte mit ausgiebigen Dämmerungsphasen in den Abend- und Morgenstunden.


Appell des Polizeichefs

Herbert Markert, Leiter der Polizeiinspektion, kann angesichts solcher Ereignisse nur an alle einen Appell richten: "Ich mahne die Auto- und Zweiradfahrer in diesen Zeiten zu besonders defensiver Fahrweise." Selbst wenn man nicht mehr rechtzeitig anhalten kann, wenn Wild unversehens auf die Straße läuft, sind die Folgen bei langsamerer Fahrweise wesentlich geringer. Wo man mit 60 oder 80 Stundenkilometern noch anhalten könne, pralle man bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern noch mit über 60 Stundenkilometer auf ein Hindernis. "Ein Wildschwein wirkt dann mit dem Gewicht eines Nashorns auf das Fahrzeug ein."