Es ist Mittwochmorgen und Dampf steigt auf von der Asphaltmasse, die die Bauleute gewissenhaft auf der Straße verteilen. Die Sanierung der Bahnhof- und Ancenisstraße steckt in der letzten Phase. "Donnerstag sind wir mit der Ancenisstraße fertig", sagt Thomas Hermann, stellvertretender Bauleiter der Firma Stolz. Was den Zeitplan angeht, so sind die Bauarbeiter sogar früher fertig, als geplant - wenn auch nur einen Tag.

Heute also ist das gröbste Verkehrschaos, das die Brückenauer mit einer Engelsgeduld seit Mitte August ertragen, vorbei - wenn auch nicht ganz. Denn eine Baustelle bleibt ihnen noch erhalten. Am Hammelburger Berg werden zwei Teilstücke noch vollausgebaut, nachdem in Ancnis- und Bahnhofstraße lediglich die Fahrbahn erneuert worden war (mitsamt der Sanierung der Entwässerungsrinnen). "Freitag fangen wir mit dem Ausfräsen an", kündigt Hermann an. Dabei wird die Bahnhofstraße auf einem Stück von 40 Metern und die Hammelburger Straße auf einer Länge von etwa 100 Metern komplett neu ausgebaut. Auch die Gehsteige werden Zuge erneuert.


Schienen bleiben drin

Lange war noch unklar, ob die Schienen am Bahnübergang bei der Polizei in der Straße bleiben oder bei den Baumaßnahmen gleich entfernt werden. Doch Hermann stellt klar: Die Schienen sind Eigentum der Bahn. Sie bleiben drin, denn noch ist über die Zukunft der Bahntrasse nicht entschieden. Der Verkehr wird übrigens über Ampeln geregelt. Längere Wartezeiten sind also auch weiterhin zu erwarten.

"Die Bürger haben das mit Verständnis und Fassung getragen", sagt Anton Kiefer, Leiter der Bad Brückenauer Stadtverwaltung Bad Brückenau. Klar habe es Anrufe bei der Stadt gegeben, aber "größere Beschwerden sind mir nicht bekannt", sagt Kiefer. Aufgefallen sei ihm aber, dass der Wohnmobil-Stellplatz an der Buchwaldstraße zur Zeit gut frequentiert sei. Kein Wunder, der Stellplatz bei GKN lag nun seit Wochen im Zentrum der Bauarbeiten. Sogar ihre Fahrzeuge spritzten die Bauleute dort ab - neben parkenden Wohnmobilen.


Kissinger Straße: Heuer geht's los

Weit spannender ist die Frage für die Brückenauer, ob und wann der Ausbau der Kissinger Straße startet. "Dieses Jahr geht's noch los", sagt Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt. Was viele Bad Brückenauer noch nicht so recht glauben mögen, scheint nun wirklich Realität zu werden: In der nächsten Sitzung des Stadtrats am Dienstag steht immerhin der Abschluss einer Ausbauvereinbarung für die Kissinger Straße auf der Tagesordnung.

Angefangen wird - so bestätigt Wacher - mit der Kanalsanierung durch die Stadtwerke. Nach dem Winter erfolge dann der Ausbau der Straße. Ähnlich wie bei der Baustelle jetzt wird die Straße halbseitig gesperrt werden. Die Geduld der Autofahrer jedenfalls ist ja schon erprobt. In Stoßzeiten standen sie vom Aldi bis zur Kreuzung beim Tegut-Markt und wer Pech hatte und weiter nach Hammelburg wollte, wartete am Deutschen Haus noch einmal. Besonders herausfordernd war die Situation für den Rettungsdienst. Da kommen noch spannende Zeiten auf Bad Brückenau zu.