Izabella Hofweber tanzt, seitdem sie 12 Jahre alt ist. Jazzdance vor allem, aber auch Tanztheater und seit kurzem Tango. Im Pavillon neben dem Badhotel wird sie ab Sommer Kurse anbieten. Nicht, damit auch das letzte Gramm Fett fort kommt. "Ein permanentes Gegen-den-Körper-arbeiten, seine Grenzen zu missachten, um noch mehr Kalorien zu verbrennen, führt nur dazu, dass er sich dagegen sperrt - und das völlig zu Recht", sagt die 33-Jährige überzeugt.

Aufgewachsen ist Hofweber in Berlin. Dort tanzte sie bei einem Projekt der Faster-Than-Light-Dance-Company mit, die durch den Film "Rhythm is it" bekannt geworden ist. Als Krankenschwester arbeitete sie unter anderem am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, wo sie zeitweise Jazzdance unterrichtete. Ihren Mann, den Philosophen Gerhard Hofweber, lernte sie während des Philosophiestudiums kennen. Die beiden haben einen zweijährigen Sohn und leben seit Februar 2016 in der so genannten Philosophenvilla im Staatsbad, in der das Institut für Philosophie und Wirtschaft zu finden ist.


Mitstreiter gesucht

Sie ist eine übersprudelnde Frau, die viele Ideen hat. Beim Tanzen geht es ihr um die Freude an der Bewegung, den Zugang zu sich selbst und die sinnliche Erfahrung der eigenen Schönheit - "unabhängig von Konfektionsgrößen". Kreativen Kindertanz möchte sie anbieten, langfristig kann sie sich sogar Tanztheater mit Jugendlichen vorstellen. Nun sucht sie noch Mitstreiter, die beispielsweise Kurse in Ballett oder Yoga geben möchten. Auch Tango Open Air gehört zu den Gedankenblitzen von Izabella Hofweber.

Beiden, Izabella und Gerhard Hofweber, ist es ein Anliegen, mehr Leben ins Staatsbad zu bringen. Mit der Eröffnung eines Eiscafésim Wandelgang im vergangenen Jahr ist das schon ein Stück weit gelungen. "Es sind meistens sehr interessante Menschen hier, ich habe viele inspirierende Gespräche", erzählt sie und er ergänzt: "Hier soll zum Beispiel auch ein Platz für Familien sein, wo es auch laut sein darf. Das Staatsbad ist ein Juwel, auch für Jüngere."


Vorausblick: Philosophischer Kongress für Führungskräfte

Kongress Vom 10. bis 11. November veranstaltet der Philosoph Gerhard Hofweber einen Kongress zum Thema "Der Ausweg aus dem Absurden". Tagungsort ist das Dorint Hotel im Staatsbad Brückenau. Das Angebot ist überregional ausgerichtet und richtet sich vor allem an Führungskräfte.

Inhalt Das Anliegen beschreibt Hofweber wie folgt: Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass sich bei allem Engagement und Erfolg wirkliche Lebensfreude nicht erreichen lässt. Gerade im beruflichen Kontext nehme der Druck stetig zu. Führungskräfte formulieren das Dilemma, von Sachzwängen gesteuert zu sein und nur noch reagieren zu können. Durch einen Wechsel der Blickrichtung, so Hofweber, könne der Mensch aber wieder handlungsfähig werden und zu sich selbst zurückfinden.

Kooperation Mit im Boot sitzen sowohl die Wirtschaftsförderung des Landkreises Bad Kissingen als auch die Region Mainfranken GmbH, die als Regionalentwicklungsgesellschaft die sieben mainfränkischen Landkreise vermarktet.