Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und die Straßen ganz in pink: 845 Läuferinnen - so viele wie noch nie - beteiligen sich am Pinklauf der Stadt Bad Brückenau. Der Charity-Lauf zugunsten der Brustkrebs-Vorsorge findet heuer zum vierten Mal statt. "Wir haben einen Pakt mit dem Wettergott geschlossen", sagt Uwe Schmidt vom Stadtmarketing, der die Aktion mit organisiert hat. Er muss wohl Recht haben, denn bisher hat das Wetter immer mitgespielt.

Sektkorken knallen, Menschen fallen sich in die Arme und mitten auf dem Marktplatz sorgt die Zumba-Gruppe ordentlich für Stimmung. Das Forum verteilt Obst, pinke Luftballons schmücken die Stadt. "Inzwischen kommen die Leute aus der gesamten Rhön zu uns", freut sich Karin Bauer, Leiterin der Tourist-Info. Aber das stimmt nicht ganz. Manche kommen auch von weiter weg. Von sehr viel weiter weg.

Solidarität unter Frauen

"Ich bin sehr stolz, hier zu sein", sagt Sylvie Lenourrichel aus dem französischen Département Calvados. Die Region pflegt seit 1986 eine Partnerschaft mit Unterfranken. Im Jahr 2011 lernten Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks und Bezirksrätin Karin Renner (beide CSU) bei einem Partnerschaftstreffen die Idee des Charity-Lauf gegen Brustkrebs kennen. In Caen, der Stadt aus der die französische Delegation angereist ist, zeigten heuer knapp 20.000 Frauen bei "La Rochambelle" Flagge. Den Brückenauer Lauf nennen die Organisatoren liebevoll ihr "Bébe" - ihr Baby.

Auch aus Ranville, der Partnergemeinde von Motten, die ebenfalls im Département Calvados liegt, sind Läuferinnen angereist. "Wir möchten durch unsere Teilnahme am Pinklauf die Solidarität unter Frauen auf europäischer Ebene unterstützen", betont Lenourrichel bei der Eröffnung des Laufes. Die französischen Gäste durften den Startschuss abgeben.

In drei Blöcken laufen die Damen los: Zuerst die Frauen, die ein sportliches Tempo vorlegen. Dann folgen die Walkerinnen, die es nicht ganz so eilig haben. Es sind beachtlich viele, die im Takt der Stöcke durchs Sinntal marschieren. Zuletzt kommt die Riege der Wanderer, die eher einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen. Aber auch sie kommen ans Ziel: Nach und nach färbt sich der Siebenerpark pink. Am Zieleinlauf begrüßt Moderator und 3. Bürgermeister Dieter Seban (CSU) die Läuferinnen.

Organisation läuft wie geschmiert

"Super!", sagt Meyerdierks nach dem Lauf. "Wir lernen jedes Jahr dazu." Das Starten in drei Etappen habe sich bewährt. Die Vorbereitung funktionierte heuer gut. Die Anmeldung lief größtenteils übers Internet. Den Großteil der T-Shirts holten die Teilnehmerinnen im Vorfeld bei der Tourist-Info ab. Das machte den Start in diesem Jahr deutlich einfacher. "Ohne die Vereine wäre das alles nicht möglich. Ich danke euch", lobte die Bürgermeisterin das Engagement der Vereinen der Stadt noch bevor der Startschuss fiel.

"Die Zusammenarbeit lief super", freut sich auch Thomas Dill, 2. Vorsitzender des Turnvereins (TV). Allein der TV motivierte ein Helfer-Team von rund 70 Leuten und stellte seine Halle zur Verfügung. "Bei 1000 Teilnehmern kommen wir dann aber irgendwann an unsere Grenzen", blickt Dill schon ins nächste Jahr.

Der Brückenauer Pinklauf hat auch heuer wieder geschafft, was er auch schon in den Vorjahren geschafft hat: sich selbst zu toppen. Von anfangs 300 Läuferinnen sind es nun schon gut 850. Und das, obwohl der 3. Oktober auf einen Freitag fiel.