Sie wiegt 4,4 Kilogramm, aber ohne die Batterie an seinem Fahrrad würden Erwin Miller seine Söhne glatt davonfahren. "Das macht schon Sinn", sagt der Stadtrat (Freie Bürger), "gerade bei uns in der Rhön." Er selbst fährt schon eine ganze Weile mit dem unterstützenden Motor am Rad. "Ich kenne in Bad Brückenau viele, die schon E-Bike fahren", sagt 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG). Da wird's höchste Zeit, dass Bad Brückenau bei E-Bikes nachzieht.

Ladestationen einrichten

Deshalb hat Stadtrat Eberhard Schelle (PWG) in der jüngsten Sitzung des Stadtrates den Antrag gestellt, dass die Stadt Ladestationen für E-Bikes einrichtet. Das Thema wurde nicht zum ersten Mal im Stadtrat angesprochen. Auch im ILEK - dem integrierten ländlichen Entwicklungskonzept, das die Brückenauer Rhönallianz für viel Geld hat ausarbeiten lassen - ist die Empfehlung zu lesen, den Bereich E-Bikes auszubauen.

Schelle jedenfalls ist in seinem Urlaub ein Schild aufgefallen: E-Bike-Ladestation. "Das hing direkt am Hotel", erzählt er. "Da hat's gleich bei mir geklingelt." Zurück in der Rhön, hört er sich in der Stadt um, spricht mit Gastwirten, Stadtwerken und Forum. "Die Reaktionen sind positiv", berichtet er. Denkbar seien zum Beispiel Ladestationen an der Therme Sinnflut, am Fahrradmuseum oder an Gasthäusern. "Das ist genau unser Konzept", ist Schelle von der Idee begeistert.

"Das Thema ist nicht neu", berichtet Gudrun Friedrich-Kleine von der Tourist-Info Bad Brückenau. Früher habe man mit dem Fahrradgeschäft AZE in der Kissinger Straße zusammengearbeitet. Nach dessen Schließung suchte sich die Tourist-Info einen neuen Partner: Das Fahrradgeschäft Schüßler-Riemey aus Rupboden bietet E-Bikes zum Verleih an. Noch sei das Interesse überschaubar, berichtet Gernot Riemey. "Aber das kommt noch. E-Bikes haben eine Zukunft."

Wenn nun Ladestationen eingerichtet werden sollen, so braucht die Tourist-Info weitere Partner. "Das muss jemand sein, der immer erreichbar ist, auch am Wochenende", sagt Gudrun Friedrich-Kleine.

Tag des E-Bikes angedacht

Eine Ladestation für E-Bikes gibt es schon in Bad Brückenau, und zwar am Deutschen Fahrradmuseum im Staatsbad. Positiver Nebeneffekt: Während der Ladezeit von etwa drei bis vier Stunden können die Gäste gleich noch ins Museum schauen oder einen Kaffee trinken. Zudem können Fahrer der Marke "Movelo" ihre Akkus tauschen. Das Museum ist eine von zehn Tauschstationen, die es in der Umgebung gibt. Movelo-Räder stehen unter anderem im Haus der Schwarzen Berge in Oberbach bereit - aber auch hier ist die Resonanz noch ausbaufähig.

"Die Leute radeln gezielt die Stationen an und tauschen ihre Akkus aus", erklärt Stefanie Schühler vom Haus der Schwarzen Berge das Konzept. So müssen die Radler nicht erst die Ladezeit überbrücken, bis die Tour weitergeht. Genau diese Ladezeit hat aber auch Chancen. "Wir haben so viele Angebote bei uns", sagt Schelle. "Die Leute können einen Stadtbummel machen, sich das Staatsbad anschauen oder in die Sinnflut gehen", schlägt er vor.

Am 5. November wollen sich Vertreter des Stadtrats, der Stadtverwaltung, der Tourist-Info und des Forums zusammensetzen, um über das Thema zu sprechen. "Wir starten mit unserem E-Bike-Konzept im Frühjahr, wenn die neue Fahrradsaison beginnt", kündigt Pfister an. "Man könnte ja auch mal einen Info-Tag zu E-Bikes machen", schlägt Friedrich-Kleine vor. Eine gute Idee.


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