"Wir sind Kulturvertreter in der Region", skizzierte die Geschäftsführerin und Künstlerische Leiterin von Schloss Maßbach, Anne Maar, auf einer Pressekonferenz die selbst formulierte Aufgabe im Hinblick auf die Gastspiele ihres Ensembles in verschiedenen Orten der Region. Man wolle den Zuschauern immer wieder die Vielfalt des gesamten Theaters vor Augen führen. Und dabei gehe es dann nicht nur um lockere Unterhaltung, sondern es fänden sich auch durchaus ernste Stücke im Programm, bei denen die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen im Vordergrund steht, ergänzte Dramaturg Sebastian Worch.
Kurdirektorin Andrea Schallenkammer freute sich anlässlich der Spielplanvorstellung für die Staatsbadbühne nicht nur über die langjährige und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Theater Schloss Maßbach. Sie hob in ihren Ausführungen auch die hohe künstlerische Qualität der Arbeit aller Beteiligten vom Requisiteur bis zum Regisseur hervor. Diese Tatsache würden nicht nur Kurgäste, sondern auch Einheimische und auswärtige Besucher in jeder Saison von Neuem honorieren.


Kurgäste mit Anspruch

Die Kurdirektorin ermahnte in diesem Zusammenhang, dass man das Publikum nicht unterschätzen dürfe. Die Zeiten, in denen in Kurorten nur lustige Schwänke aufgeführt wurden, seien längst vorbei. Der Gast im Parkett lege einen gewissen Anspruch an den Tag, auch wenn es für ihn nicht immer einfach sei, sich mit schwieriger Materie auseinander zu setzen. "Daher wollen wir die Theaterbesucher mit gezielten Informationen im Vorfeld künftig auch noch mehr sensibilisieren", erläuterte Veranstaltungsleiter Tobias Wahler.


Große Verpflichtung

Maar bezeichnete das Theater Schloss Maßbach - Unterfränkische Landesbühne als eine besondere Marke. Darüber freue man sich an verantwortlicher Stelle natürlich, würde darin aber auch gleichzeitig eine große Verpflichtung gegenüber den Zuschauern sehen. Bei den Aufführungen im Staatsbad gefällt ihr ganz besonders, "dass wir hier in einem sehr schönen Raum spielen dürfen".
"Aus Schauspielersicht sind Gastspiele wie die Auftritte im Staatsbad einfach spannend und bringen einige Herausforderungen mit sich", versicherten die Ensemble-Mitglieder Benjamin Jorns und Anna Schindlbeck. Man müsse sich beispielsweise erstens schnell in den neuen Räumlichkeiten zurecht finden und zweitens auf ganz unterschiedliche äußere Bedingungen reagieren. Gerade für junge Akteure sei es darüber hinaus immer wieder interessant, wie unterschiedlich Regisseure an ein Stück herangehen.


Auftritt in zwei Wochen

Jorns kennt die Gegebenheiten im Kursaalgebäude schon von mehreren Auftritten, Schindlbeck wird am Mittwoch, 26. Oktober, erstmals ihr Können in einem für sie völlig neuen Ambiente zeigen. "Jagdszenen aus Niederbayern" heißt das Stück von Martin Sperr, für das sich an diesem Abend ab 19.30 Uhr unter der Regie von Christian Schidlowsky der Vorhang hebt.
Dabei handelt es sich laut Anne Maar keineswegs um eine lustige Geschichte, sondern um "einen modernen Klassiker und eine zeitlose Parabel vom Umgang der Menschen mit denen, die anders sind". Besonders wies die Künstlerische Leiterin in diesem Zusammenhang auch auf das außergewöhnliche Bühnenbild hin. Die Szenerie würde nämlich nicht, wie man vermuten könnte, eine Dorfkulisse abbilden, sondern bestehe in erster Linie aus stilisierten Figuren.


Neue Regisseurin für den Prinz

Tradition im Staatsbad hat das Gastspiel "zwischen den Jahren". So wird am Mittwoch, 28. Dezember, das Schauspiel "Der kleine Prinz" nach der Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry präsentiert. Hier macht sich mit Daniela Scheuren eine beim Maßbacher Theater neue Regisseurin ans Werk. Ein Novum ist es laut Geschäftsführerin Anne Maar auch, das dabei geschickt professionelle Tanzelemente auf die Bühne gebracht werden.


Zur Info:
Neuerung Neu bei den Gastspielen des Theaters Schloss Maßbach im Kursaalgebäude ist im kommenden Jahr der Aufführungstag. Die Vorstellungen 2017 finden nicht mehr mittwochs, sondern jeweils am Freitag statt. Damit habe man laut Veranstaltungsleiter Tobias Wahler einem Wunsch des Publikums Rechnung getragen. Lediglich im Dezember werde der Mittwoch beibehalten.

Der Spielplan:
27. Januar: "Der Gott des Gemetzels" - ein Theaterstück vom Yasmina Reza;
19. Mai: "Ziemlich beste Freunde" - eine Komödie nach dem gleichnamigen Film von Olivier Nakache und Éric Toledano;
27. Oktober: "Wir sind keine Barbaren" - ein Schauspiel von Philipp Löhle;
28. Dezember: "Venedig im Schnee"- eine Komödie von Gilles Dyrek.

Einzelkarten und Abos für die Theaterabende gibt es bei der Gäste-Information der Staatlichen Kurverwaltung Bad Brückenau (Elisabethenhof) und unter der Tickethotline 0800/9911999.