Auf sechs Jahrzehnte ihres Bestehens blickte die Landvolkshochschule am Volkersberg am Sonntag zurück. Zunächst 1954 auf Burg Rothenfels gegründet, bietet die Erwachsenenbildungseinrichtung der Diözese Würzburg seit 1956 ihre Kurse auf dem Volkersberg an. Heute präsentiert sie sich als moderne Bildungseinrichtung mit einem breit aufgestellten Seminarkatalog für Erwachsene und Familien.

Höhepunkt des Jubiläums, der nicht nur bei den Kindern die Augen zum Leuchten brachte, war das Steigenlassen von 60 Ballons in den Farben des Lernwerk-Logos, mit guten Wünschen für die Zukunft der Bildungseinrichtung. Selbst Nieselregen hielt die Gäste nicht davon ab. Die über 100 Gäste trotzten dem kalten und nassen Rhönwetter und kamen zum Festgottesdienst mit Domkapitular Christoph Warmuth (Würzburg) in die Wallfahrtskirche am Volkersberg. "Lechaim - auf das Leben" war das Motto der Feier, bei der der Blick sowohl auf Gelungenes und Schönes der vergangenen Jahrzehnte wie auch auf manche Schwierigkeit und Herausforderung gerichtet wurde.

"Auf das Leben" mit all seinen Facetten und den Auf und Abs - darauf stießen dann im Anschluss die Gäste mit einem bitter-süßen Cocktail an und fanden sich danach zur Festveranstaltung zusammen. Moderiert und mitgestaltet von Toni Toss, der mit seinen pädagogischen Jonglagen alle sofort in seinen Bann zog, reihten sich Grußworte, musikalische Leckerbissen aus der Rhöner Küche des Volkersbergs und die schwungvoll-heitere Harfenmusik von Anne Kox-Schindelin abwechselnd aneinander. Martina Reinwald, Leiterin des Lernwerks, freute sich, zum Geburtstag des Lernwerks den 2. Bürgermeister der Stadt Bad Brückenau, Jürgen Pfister, und die stellvertretende Landrätin des Landkreises Bad Kissingen, Monika Horcher, begrüßen zu können. Glückwünsche überbrachte Landtagsabgeordneter Otto Hünnerkopf, der auch für den ebenfalls anwesenden Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib sprach und die Bedeutung der Einrichtung für den ländlichen Raum betonte.

Pfeffermühle für die Würze

Gerne schloss sich dieser Aussage die Vorsitzende des Verbandes der Bildungszentren im ländlichen Raum in Bayern e.V., Helga Grömer (Niederalteich) an. Sie wünschte dem Lernwerk weiterhin eine gute Hand für die Auswahl der Themen für das Bildungsprogramm und überreichte eine Pfeffermühle, die dazu die nötige Würze immer bereithalten möge. Dorothea Weitz, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung im Bischöflichen Ordinariat Würzburg, bedankte sich beim gesamten Team des Lernwerks für das Engagement. "Das Lernwerk eröffnet den Menschen neue Welten, wenn sie hier Kurse besuchen, für sich Neues lernen und entdecken und in der Begegnung mit anderen Menschen immer wieder diese so ganz eigene und besondere Volkersberg-Welt erleben können."

Wolfgang Scharl, Vorsitzender des Trägervereins der Katholischen Landvolkshochschule der Diözese, setzte den inhaltlichen Schlusspunkt, in dem er, angeregt von einem Wort-Bild-Spiel von Toni Toss einen Blick nach vorne wagte. Wo soll es hingehen? Nach links, rechts, oben, unten? Scharl ließ sich nicht irritieren vom kreativen Verwirrspiel. Er betonte die Wichtigkeit eines Ortes für die Themen des Landes.

Wichtiger ländlicher Raum

Landwirtschaftliche Fragen, Fragen nach der Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes insgesamt, der von Kirche auf dem Land usw. seien wichtig. Der Volkersberg mit dem Lernwerk sei seit langem geprägt und bekannt für diese Themen, weit über die Grenzen des Bistums und Unterfrankens hinaus. Wolfgang Scharl gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass für diese Themen und die Anliegen der Menschen vom Land das Lernwerk auch künftig eine Heimat bieten kann. red