Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat weiter an Dynamik verloren. 3,5 Prozent Arbeitslose verzeichnet die Arbeitsagentur Schweinfurt für ihr Gesamtgebiet. Bad Kissingen ist dabei mit 3,8 Prozent wieder das Schlusslicht, hat gegenüber dem Vormonat (4,1 Prozent) aber weniger Arbeitslose.

"Absolut gesehen ist eine Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent immer noch ein sehr guter Wert, der in den letzten Jahrzehnten erstmals im Sommer 2011 erreicht worden war", stellt Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt klar. "Andererseits ist nicht zu übersehen, dass in einigen Bereichen die Nachfrage nach Arbeitskräften etwas verhaltener ist und insbesondere in den Produktionsbetrieben ein Rückgang des Arbeitsvolumens zu erwarten sein dürfte." Diese rückläufige Arbeitsauslastung drückt sich glücklicherweise noch nicht durch einen Abbau von Arbeitskräften aus, lässt sich aber aus ersten Nachfragen nach den aktuellen Bedingungen für die Kurzarbeit schließen. "Die Kurzarbeit hat sich während der letzten Krise als hervorragendes Instrument zur Erhaltung von Arbeitsplätzen erwiesen", so Stelzer weiter, "damit konnten die Betriebe ihre Stammbelegschaft weitgehend halten. Sorgen bereiten mir allerdings die Arbeitnehmer mit befristeten Arbeitsverträgen, hier wird bedauerlicherweise bei einem weiteren Auftragsrückgang wie auch in der letzen Krise zumindest vorübergehend Arbeitslosigkeit eintreten", sagt Stelzer.

3696 in der Region sind Hartz-IV-Empfänger (Vorjahr: 3953). Im Landkreis Bad Kissingen waren das im Oktober 988 (September:1060). Das waren 93 weniger als vor einem Jahr.


Zahlreiche Jugendliche mussten sich arbeitslos melden


Die Arbeitslosigkeit hat sich von September auf Oktober um 178 auf 2098 Personen verringert. Das waren 79 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Oktober 3,8 Prozent (2011: 3,6).
Die etwas schwächere Herbstbelebung war in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Betriebe nach der Ferienzeit die Zahl ihrer Mitarbeiter weniger stark erhöhten. So ging die Anzahl der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden konnten, im Bereich des Bezirks nach einer Steigerung von August (966) bis September auf 1088 im Oktober bereits wieder auf 973 zurück.

Von Juli bis September war wegen zahlreicher Jugendlicher, die sich nach Beendigung ihrer Ausbildung arbeitslos melden mussten, die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe relativ stark angestiegen. Die Arbeitslosenquote bei den Menschen bis 25 Jahren hatte im August noch bei 5,2 Prozent gelegen, während die Gesamtquote 3,8 Prozent betragen hatte. Inzwischen haben diese frisch ausgebildeten Fachkräfte weitgehend einen Arbeitsplatz gefunden und die Arbeitslosenquote der Jugendlichen entspricht mit 3,5 Prozent wieder dem Gesamtwert.
Vor allem im Handwerk sind nach wie vor Fachkräfte dringend gesucht. So blieb der Bestand an offenen Stellen in der Region Main-Rhön mit 2275 auf hohem Niveau, ging aber erstmals seit Januar zurück. Er lag aber immer noch etwas über dem Vorjahresniveau von 2211 Stellen.


Über 3700 Menschen suchen eine Arbeit


Nach Wirtschaftszweigen betrachtet stammt der größte Teil der Stellenangebote (29 Prozent) von Zeitarbeitsfirmen. Obwohl das Angebot aus dem verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat am deutlichsten zurück ging, nämlich um 40 Stellen, ist dieser Wirtschaftszweig mit 308 Stellen (Anteil 13,5 Prozent) zusammen mit dem Gesundheitswesen (263 Stellen 11,6 Prozent) nach der Arbeitnehmerüberlassung immer noch am stärksten vertreten. Danach folgen das Baugewerbe mit 215 offenen Stellen, (9,5 Prozent), der Handel (202 Stellen, 8,9 Prozent) und das Gastgewerbe (157 Stellen, 6,9 Prozent).

"Wie in jedem Jahr ist schon aufgrund der witterungsbedingten Einschränkungen in den Außenberufen und dem Saisonende in der Gastronomie in den letzten beiden Monaten des Jahres mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen", sagt Stelzer.

3722 Menschen (September: 3758) sind im Landkreis Bad Kissingen im Oktober arbeitssuchend gemeldet. Von den 2098 Arbeitslosen (2276) sind 983 Männer (46,9 Prozent), 226 sind 25 Jahre und jünger, 625 (663) sind Langzeitarbeitslose, 188 (211) sind schwerbehindert, 144 (141) sind Ausländer.