Anke Rodde und ihr Mann haben viele Jahre in Frankreich gelebt - hier hatte sie diese Art der Rahmung kennen und schätzen gelernt. Heute noch bezieht sie Stoffe und Papiere aus Paris. "Ich habe lange hier gesucht, aber Vergleichbares nicht gefunden", erklärt sie.

Ihre Passion für wirkungsvolle Bildrahmungen baute sie über die Jahre aus. Inzwischen arbeitet sie in einem eigenen Atelier. Bei Ausstellungen oder Workshops demonstriert sie, in wie vielen Schichten solch eine Rahmung aufgebaut werden kann. "Leute, die einmal etwas bei mir haben rahmen lassen, kommen manchmal noch nach Jahren auf mich zu", sagt sie freudig. Erst kürzlich habe sie solch einen Anruf aus Brandenburg bekommen.

Anke Rodde rahmt aber nicht nur liebevoll Gemälde, Zeichnungen und Stiche, deren Wirkung dadurch deutlich erhöht wird. Schon vor Jahren fing sie an, auch kleine Objekte wirkungsvoll in Szene zu setzen. "Der Wert solcher Dinge muss nicht unbedingt im Material- oder auch dem Kunstwert einer Sache liegen. Oft sind es Dinge, die jemandem lieb und teuer sind. Dinge, die oft in Schubladen, Schatullen und Kästchen verborgen sind." Als Beispiel findet der Besucher eine kleine afrikanische Maske in der Ausstellung, die Anke Rodde "umhüllt" hat.
"Es gibt so vieles, das einem Menschen persönlich etwas bedeutet", hat sie festgestellt. Das können Erinnerungsstücke wie Orden oder Medaillen sein oder kleine Kostbarkeiten wie alter Schmuck oder auch alte Münzen.

Es können aber auch so schlichte Dinge sein, wie der Hand- oder Fußabdruck des Kindes oder Enkels, in Gips abgenommen. "Eigentlich gibt es da kaum Grenzen", erklärt sie. "Ich lasse mich jedes Mal voll auf die zu rahmenden Dinge und die Menschen, die dahinter stehen, ein. Ausgefallene Objekt sind dann eine wahre Herausforderung", sagt sie lächelnd. Manchmal ist es ein langer Weg, bis der richtige Farbton, der passende Rahmen gefunden ist. Denn ich kenne ja nicht die Wohnung oder den Raum, in dem das zu gestaltende "Schmuckstück" hängen soll", erklärt sie. "Mir liegt sehr viel an einer intensiven Zusammenarbeit mit den Leuten, für die ich etwas gestalten soll. Das gemeinsame Erarbeiten ist wichtig für ein gutes Gelingen."

Als immer wieder spannend bezeichnet sie den individuellen Gestaltungsprozess. Die ausgestellten Rahmungen der Bilder geben Zeugnis davon. "Die Auswahl des Glases, der Farben, der Papiere, Stoffe oder der Rahmenhölzer macht mir jedes Mal aufs Neue Freude", sagt Anke Rodde dazu. Die Ausstellung zeigt es. Kein Rahmen gleicht dem anderen. Wirkungsvoll sind Landschaften. Blüten und immer wieder Lieblingstiere kunstvoll in Szene gesetzt.