Genau 25 Jahre nach dem unverhofften Fall der Mauer und der folgenden Wiedervereinigung Deutschlands hat der CSU-Ortsverband Nüdlingen mit 30 interessierten Bürgern eine Halbtagesfahrt zur Gedenkstätte "Point Alpha" unternommen.

Haus an der Grenze

Die Gedenkstätte liegt zwischen dem hessischen Ort Rasdorf und dem thüringischen Geisa unmittelbar an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Die "heißeste Stelle im Kalten Krieg" wurde Point Alpha genannt, hier wird an die frühere West-Ost-Konfrontation und die jüngere deutsche Geschichte erinnert. Im "Haus auf der Grenze" und auf dem "Kolonnenweg" wird das rücksichtslose Grenzregime der DDR veranschaulicht. Die hermetische Abschottung der Grenze, zuerst mit Stacheldraht, später durch einen Metallgitterzaun, Minenfelder, Hundelaufanlagen und letztlich mit dem "Schießbefehl", sollte jeden Fluchtversuch der DDR-Bürger unmöglich machen.
Geradezu ein Glücksfall war für die Besuchergruppe aus Nüdlingen Gästeführer David Altheide. Er konnte als Zeitzeuge über die Situation der DDR-Bürger berichten, die sich 1989 in die Prager Botschaft Deutschland geflüchtet hatten.

Live in Prag dabei gewesen

Unvergessen und in den vergangenen Tagen immer wieder im Fernsehen zu sehen war der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher, als er vom Balkon der Prager Botschaft den Menschen die Kunde von ihrer Ausreise nach (damals) Deutschland/ West überbrachte. David Altheide war dabei. Er selbst war einer von ihnen gewesen. Er berichtete auch über die militärische Konfrontation und die für den Ernstfall im "Fulda Gap" vorhandenen Planungen für einen Dritten Weltkrieg, der zum Glück nicht stattfand.

Schon beeindruckend

Gefragt, was ihr an der Fahrt nach Pont Alpha besonders gefallen hat, sagte die Nüdlingerin Petra Koch: "Von der Führung war ich begeistert. Bei der vielfältigen Information war nichts zu wenig und nichts zuviel.”


Hintergrund: Point Alpha

Der historische US-Beobachtungsstützpunkt erinnert an die Zeit, als hier im sogenannten "Fulda Gap" jederzeit der Beginn eines Dritten Weltkriegs erwartet wurde und Point Alpha einer der wichtigsten Vorposten der NATO war.

Einen Steinwurf vom heutigen Besucherzentrum entfernt markieren der DDR-Grenzturm und die Rekonstruktion der Sperranlagen die Unmenschlichkeit der Grenze, die vierzig Jahre lang Deutschland, Europa und die Welt teilte.

Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr; November und März täglich von 10 bis 17 Uhr; Dezember bis Februar Dienstag bis Sonntag 10 bis 16.30 Uhr (montags ist geschlossen).

Im Grenzmuseum Point Alpha sind die Mechanismen des Unterdrückungsapparates zu sehen, während eine multimediale Ausstellung die Erinnerung an die Friedliche Revolution bewahrt, die die SED-Diktatur beendete. Insgesamt 37 Gästeführer kümmern sich um die Besucher. Wenige Schritte entfernt ragen auf dem ehemaligen Todesstreifen die Stationen des "Wegs der Hoffnung" auf. Die Skulpturenserie, die in Anlehnung an den biblischen Kreuzweg für die lange, leidvolle Vorgeschichte des gewaltlosen Umbruchs von 1989 steht, wurde am 20. Jahrestag der Deutschen Einheit vollendet.

Info Gedenkstätte Point Alpha,
Platz der Deutschen Einheit 1,
36419 Geisa; Besucherservice:
Telefon: 06651/919030; E-Mail: service@pointalpha.com.