So ganz können sie dann doch nicht von der Schule lassen, die ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Franz-Miltenberger-Gymnasiums. Ob Student oder schon berufstätig, die Lust an der Schauspielerei verbindet sie alle. Und obwohl sie mitunter fernab von Bad Brückenau leben, treffen sich die Darsteller der Theatergruppe Kompassion seit 2007 einmal im Jahr, um ihre Leidenschaft gemeinsam auszuleben.
Eine große Schwierigkeit ist in jedem Jahr die Terminsuche, da jeder Schauspieler inzwischen mit beiden Beinen im Leben steht. Diesmal hat es gleich zum Jahresanfang geklappt. Am Samstag, 5. Januar, präsentiert Kompassion das Stück "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam". Unter der Leitung von Dirk Hönerlage findet die Aufführung in der Aula des Franz-Miltenberger-Gymnasiums statt. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt ist wie immer frei. Das Stück ist gedacht für alle, die Spaß an der Kleinkunst haben und für einen Abend in die Welt der Satire eintauchen wollen.

Aus Berlin und Freiburg

Derzeit steckt die Gruppe im großen Probe-Stress, da der letzte Schauspieler aus Berlin erst am Donnerstag eingetroffen ist. Und wenn die Zeit auch immer knapp ist, die Aufführung ist für alle Darsteller ein Highlight des Jahres. So auch für die 23-jährige Julia Müller die extra aus Freiburg angereist ist, wo sie zurzeit studiert. Sie spielt die arrogante Frau des Hausherren, bei dem eingebrochen wird. Sie ist jetzt schon das zweite Mal mit dabei und freut sich schon seit Wochen auf diese Probe-Tage und natürlich auch auf die Aufführung. "Es ist die Atmosphäre und die Freude am Spielen, die unsere Arbeit so besonders macht", schwärmt sie.
Diesmal hat Kompassion sich ein Stück des 1926 geborenen Italieners Dario Fo ausgesucht. Bekannt wurde er als Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler, Satiriker und Schauspieler. 1997 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
In Fos Verwechslungskomödie geht es um einen Dieb, der in ein Haus der gehobenen Klasse einbricht. Er wird aber vom Hausherrn erwischt, der aber selber eine Affäre zu verbergen hat. Als der Hausherr sich mit seiner Geliebten treffen will, kommen die jeweiligen Gatten noch dazu - und das Schlamassel ist perfekt.
Diese Aufführung ist so ganz anders als eine typische Schulaufführung, aber auch bei ihr steht der Spaß im Vordergrund. Dies spiegelt auch das Tempo des mit vielen Überraschungsmomenten aufwartenden Stückes wider. Es ist nicht zu ernst, aber der aufmerksame Zuschauer wird den Tiefgang bemerken, nimmt das Stück doch auf gesellschaftskritische Fragen Bezug. So kann der Dieb nicht angezeigt werden, da sonst die Affären auf den Tisch kämen. Denn zu der Zeit, in der das Stück spielt, war Ehebruch in Italien noch strafbar.