Adventskonzerte - nicht schon wieder, ist doch immer das Gleiche. So wird mancher im Vorweihnachtsstress sagen. Irgendwie mag das schon so sein. Dass es auch anders geht, bewiesen die Bläservereinigung Markt Burkardroth und die Sängervereinigung Burkardroth am Sonntagnachmittag in der Burkardrother Pfarrkirche "St. Petrus in Ketten". Man war als Zuhörer überrascht, wie man dank eines außergewöhnlichen Programms sich entschleunigen und auf die Festtage einstellen konnte. Den Verantwortlichen gelang ein nicht alltägliches Konzert, welches die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrkirche von Anfang an begeisterte.

Schon der Einstieg mit dem bombastischen Werk "Ukrainian Bell Carol" durch die Bläservereinigung Markt Burkardroth, unter der musikalischen Leitung von Manuela Möller, war ein Paukenschlag zum Abtauchen aus der hektischen Weihnachtszeit. Beeindruckend war auch die Interpretation von "Comfort Ye My People" und "Every Valley" aus "Der Messias" von Georg Friedrich Händel. Volumig und gefühlvoll intoniert gelang Manuela Möller eine wunderbare Interpretation, die beeindruckte.

Musikfreude kannte keine Grenzen

Charmant agierten auch die sechs jungen Musiker der Bläserklasse Burkardroth unter der Stabführung von Luisa Gärtner mit "Jingle Bells" und "Morgen kommt der Weihnachtsmann". Erst drei Monate erlernten sie ihr Instrument, doch ihre Musikfreude kannte keine Grenzen. "Felsenharte Bethlehemiten" hieß ein Lied, das der aus elf Männern bestehende Männerchor der Sängervereinigung mit seinen sonoren Stimmen mehrstimmig interpretierte.

Publikumsliebling war aber das Stück "Kleiner Trommeljunge" des gemischten Chores (zehn Männer und 20 Frauen) der Sängervereinigung Burkardroth unter dem Dirigat von Elmar Brehm. Mit Gerald Benisch am Manual und dem bekannten Choral Prelude "Wachet auf, ruft uns die Stimme" BWV 645 von Johann Sebastian Bach, kam auch die Orgel zu Wort, bevor alle Mitwirkenden und die Zuhörer Georg Friedrich Händels "Tochter Zion" anstimmten. Das ansprechende und zu Herzen gehende Konzert rundete Dekan Stephan Hartmann mit besinnlichen Adventsgedanken ab: "Weihnachten ist auch das Fest der Lieder. In keinem Festkreis gibt es so viele Konzerte wie in der Adventszeit, und auch das Singen in den Familien wird gepflegt. Und es sind die Lieder, die die frohe Botschaft nicht nur verkünden, sondern im Herzen einen Raum schaffen, in dem das Geheimnis der Geburt Christi, das wir feiern, seinen Platz findet und auch unser Leben prägen kann."

Berührendes Konzert

Gerade diese Mischung aus ansprechendem mehrstimmigem Gesang, gelungener weihnachtlicher Blasmusik und besinnlichen Worten machte das Konzert so berührend. Adventskonzert nicht schon wieder? Nein, dieses Konzert war mehr. Es war Balsam für die Seele und auch ein wunderbares Signal aus der Marktgemeinde, wie man gemeinsam den Advent begehen kann.