Er sieht aus wie das Maul eines riesigen Sauriers, der "Pulverisierer" am Arm des großen Baggers. Mit der vollen Kraft der Hydraulik frisst sich das Werkzeug in eine Stütze des ehemaligen Bewegungsbades und macht seinem Namen alle Ehre. Es pulverisiert den Beton. In etwa zwei Wochen wird vom einstigen Bewegungsbad nichts mehr übrig sein.

Im Führerhaus des Baggers sitzt Baumaschinenführer Frank Schwarz aus dem thüringischen Dermbach. Mit Händen und Füßen steuert er das 38 Tonnen schwere Monstrum, dessen Ausleger bis in eine Höhe von bis zu 21 Metern reicht. An jeder Seite hat Schwarz ein kleines Hebelchen, mit denen er den Bagger dirigiert. Mit den Pedalen steuert er die Anbaugeräte wie den "Pulverisierer".


Stück für Stück abgetragen

In der vergangenen Woche haben er und seine Kollegen begonnen, das Bewegungsbad planmäßig zu zerlegen. Und dabei war und ist Filigranarbeit gefragt. Kaum zu glauben, mit welcher Präzision sich der große Greifer steuern lässt, wenn er eine einzelne Jalousie herausreißen muss oder ein Stück des Simses abgetragen wird.
Filigranarbeit hat auch das Wasserwirtschaftsamt verlangt. Denn das Luitpoldbad und mit ihm das frühere Bewegungsbad stehen im unmittelbaren Heilquellenbereich. Den Quellen darf nichts passieren, deswegen sind größere Erschütterungen zu vermeiden. Grob-Zerlegung mit Abrissbirne ist nicht möglich.

Zwar waren die meisten Schadstoffe schon vorab ausgebaut worden, doch der Teufel sitzt im Detail. Zum Beispiel die Dämmung hinter den vorgehängten Schürzen aus Beton. Einzeln hat der Bagger diese Schürzen abgeknabbert, das Dämmmaterial muss als Sondermüll fachgerecht entsorgt werden. Auch Teile der Installation waren noch zu entfernen, bevor es an die Betonsäulen ging.

Eine ganze Säulenreihe ist inzwischen gefallen. Dabei zerkleinert der "Pulverisierer" nicht nur den Beton, mit diesem Gerät holt Frank Schwarz auch die Stahlbewehrung heraus, die in einem eigenen Container landet. Denn viele Rohstoffe, aus denen das Bewegungsbad bestand, können recycelt werden. Das gilt auch für die Beblechung des Daches, das mangels der bereits entfernten Stützen schon in Teilen nach unten abgeknickt hat.
Wenn der Aufbau gefallen ist, muss noch die gesamte Installation im Keller entfernt werden. Dafür schlägt Werner Aust mit einem kleineren Bagger Löcher in Wand und Decke, damit Licht nach unten kommt und seine Kollegen mit der Zerlegung beginnen können.

In zwei Wochen soll das Bewegungsbad dem Erdboden gleichgemacht sein. Dann können die eigentlichen Arbeiten zur Umwandlung des Luitpoldbades zum Behördenzentrum beginnen. Das ehemalige Bewegungsbad wird dann nicht mehr im Wege stehen.