Planer Claus Schmitt von der Wasserwerkstatt Bamberg schrieb im Januar die einzelnen Gewerke zur Submission aus, über die der Gemeinderat jetzt in seiner Sitzung zu entscheiden hatte. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen demnach rund 420 000 Euro und liegen rund sechs Prozent über der geschätzten Summe.
Größter Einzelposten ist der Becken- und Filterbau nebst Kinderbecken und Leitungen, den der Rat zum Nettopreis von 220 000 Euro an die Fachfirma John in Hallstadt vergab, die auch das Naturbad in Gößweinstein erbaut hat. Für die Holz- und Stegbauarbeiten und die Betonfundamente zeichnet die Firma Bornkessel aus Völkers-leier zum Preis von 33 000 Euro verantwortlich.
Gut 25 000 Euro werden für Badewasser, Elektro- und Pumpentechnik sowie die Wasseraufbereitung fällig. Günstigster Bieter war die Firma S&H GmbH aus Bad Kissingen. Pflasterarbeiten, den Beckenumgang und die Rasenflächen übernimmt die Firma DMG aus Burglauer zum Preis von etwa 93 000 Euro.
Nicht einbezogen ist die Gebäudesanierung im Schwimmbad, die weder zeitgemäß noch zweckmäßig ist und die der Gemeinderat in seiner vorletzten Sitzung diskutierte. Für den Verkauf wünscht sich Anette Sauer, die hier mitverantwortlich zeichnet, ein größeres Verkaufsfenster und mehr Platz im Innern. "Der Kiosk ist durch zahlreiche Zusatzgeräte eine unhygienische Sache geworden. Von Vorteil wäre außerdem ein Lagerraum, der vom Verkauf leicht erreichbar ist", argumentierte sie.
Ihr Gatte, Gemeinderat Günter Sauer, plädierte zudem für eine Veränderung des Eingangsbereichs, der Aushängeschild für das Naturbad sein soll. Bürgermeister Thomas Hack hielt die Renovierungsarbeiten für "überschaubar und machbar" und schlug vor, ca. 10 000 Euro für dieses Projekt aufzuwenden, was bei zwei Gegenstimmen die Mehrheit des Ratsgremiums fand.
Der mit der Finanzmaterie vertraute Martin Baldauf errechnete überschlägig "viel Geld", nämlich eine runde halbe Million für die Gesamtmaßnahme. Erfreulicherweise kommen aber die Förderung von 150 000 Euro aus EU-Geldern sowie die bisher - speziell für den Badumbau - angesparte Summe zum Einsatz, sodass eine Finanzbasis vorhanden ist. Auf Anfrage von Nobert Schmitt gab sich der Architekt Schmidt optimistisch. Er glaubt, dass die Bauzeiten eingehalten werden können. Im schlimmsten Fall müssten säumige Firmen Strafe bezahlen.
Bürgermeister Hack ist sich sicher, "dass Aura in Sachen Naturbad absolut kein Exot ist". Deutschland ist Marktführer bei den Naturbädern, von denen in den letzten vier Jahren 140 Stück erbaut wurden, informierte er aus einer Fachzeitschrift und leitete daraus ab: "Wir sind im Trend dabei."
Im weiteren Sitzungsverlauf genehmigte der Rat den Bauantrag von Thomas Graser, der am Trimberger Weg eine Unterstellhalle errichten möchte. Die Beratung und Beschlussfassung über den Haushalt 2013 wurde abgesetzt, da der zuständige Verwaltungsmitarbeiter, Norbert Winter, erkrankt war.