Das Staatliche Bauamt Schweinfurt plant derzeit mehrere Kreisverkehre im Landkreis, die vor allem eins bringen sollen: mehr Verkehrssicherheit. Trotzdem sind einige Maßnahmen heftig umstritten. Die Planung für den Riesenkreisel an der Langendorfer Kreuzung ist jetzt sogar ganz vom Tisch, der Widerstand aus der Bevölkerung war zu groß.

"Wir haben die für den Bau nötigen Grundstücke nicht bekommen", berichtet der zuständige Abteilungsleiter Matthias Wacker. Den Langendorfer Gemeinde- und Kreisrat Volker Partsch (Grüne) wundert das nicht. "Die Leute wollten nicht verkaufen, weil sie der Meinung waren, dass der Kreisverkehr an der Stelle nichts bringt", erklärt der Kreiselgegner.

Der kurze Abschnitt auf der B287 zwischen Langendorf und der A7 ist ein Unfallschwerpunkt. Der Bereich ist unübersichtlich: Innerhalb weniger hundert Meter münden die Autobahnzubringer sowie zwei Kreisstraßen in die Bundesstraße, die vierspurige Autobahnbrücke erschwert zudem die Sicht. Der Kreisverkehr an der KG 37 nach Langendorf sollte eigentlich den Verkehr ausbremsen und die Sicherheit erhöhen.

Viele Langendorfer sperrten sich allerdings von Anfang an gegen die Maßnahme, weil sie befürchteten, dass die Gemeinde über den Kreisverkehr ein unpopuläres Gewerbegebiet realisieren wollte. "Die Unfälle passieren hauptsächlich an der Autobahnauffahrt. Wir finden es sinnvoller, wenn der Kreisverkehr an die Autobahn herangerückt wird", sagt Partsch.


Kreisstraße vom Ort weg führen

Das ist ein Szenario, mit dem sich das Staatliche Bauamt beschäftigen wird. Laut Wacker wird eine neue Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben, anhand deren Ergebnisse neu geplant wird. "Ich schätze, dass wir die Grundlagen im Frühjahr vorliegen haben", meint er. Er betont aber, dass in dem Bereich dringender Handlungsbedarf besteht. Als denkbare Varianten werden etwa Ampeln geprüft, und zwar an den Autobahnzubringern und der Langendorfer Kreuzung. Stattdessen wären auch Kreisel an den Stellen denkbar. Oder aber: Die KG 37 wird verlegt und an die Einmündung der benachbarten Autobahnauffahrt auf die B 287 angeschlossen. Vorteil: Dann wären nur noch bis zu zwei Kreisverkehre an den Zubringern nötig. Nachteil: Um den Verlauf der Kreisstraße zu verändern, stünden wieder aufwendige Grundstücksverhandlungen an.

Die bisherigen Kreiselgegner befürworten die Verschiebung der KG 37. "Der Verkehr würde dann vom Ort weg in Richtung Autobahn verlagert. Außerdem würde weniger Fläche versiegelt", argumentiert Partsch. Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD) steht Überlegungen offen gegenüber, solange der Unfallschwerpunkt entschärft wird. Die Kreisstraße von der Ortschaft wegzuführen, hält er für sinnvoll. "Man hätte dann die Möglichkeit, einen Lärmschutz für die Bürger zu integrieren", sagt er.

Für das staatliche Bauamt hören die Probleme bei der Langendorfer Kreuzung nicht auf. Der Garitzer Kreisel an der Kreuzung von Schönbornstraße und B 286 scheint plötzlich wieder auf wackeligen Füßen zu stehen. Aus welchem Grund? Die Grundstücksverhandlungen stocken. Zwei von drei nötigen Zustimmungen hat Matthias Wacker erhalten. Der dritte Eigentümer würde das ganze Grundstück verkaufen, das Bauamt benötigt allerdings nur einen kleinen Teil der Fläche. Die Konsequenz, wenn keine Einigung erzielt wird: "Wir gehen mit dem Kreisverkehr in die Planfeststellung", erklärt Wacker. Das Verfahren soll vor Jahresende beantragt werden. Anschließend findet die nötige Öffentlichkeitsbeteiligung statt.


Garitzer-doch-nicht-Kreisel?

Der Garitzer Kreisel ist seit Jahren umkämpft und wurde im Stadtrat vielfach heiß diskutiert. Viele Anwohner hätten an der Stelle lieber weiterhin eine Ampelkreuzung. Während der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses wurde darauf hingewiesen, dass der Kreisverkehr je nach Entscheidung im Planfeststellungsverfahren kippen könnte. "Es könnte doch wieder die Ampelkreuzung zum Tragen kommen", sagte der Tiefbauleiter am Landratsamt, Jürgen Dobler. Wenn die Ampelkreuzung in der Planfeststellung als gleichwertige Lösung zum Kreisverkehr angenommen werde, sei ihre Umsetzung wahrscheinlicher, weil sie ohne Grunderwerb auskomme.
Wacker betont dagegen, dass er den Kreisel für gerechtfertigt und weiterhin als beste Lösung erachtet. Aus Sicht der Stadt hat sich nichts geändert. Der Kreisel bleibt der beschlossene und favorisierte Weg, heißt es aus dem Rathaus.