Die Flüchtlingssituation in Bayern stellt auch weite Teile des Landratsamtes seit Wochen vor immer neue Aufgaben. Die Mitarbeiter der betroffenen Fachbereiche können dabei auf die Unterstützung der Hilfsorganisationen bauen. Fast 1500 Stunden ehrenamtliches Engagement haben allein rund 70 Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks bei der Einrichtung der Notfallunterkunft in der Röntgenstraße in Bad Kissingen an den Tag gelegt.
Für diese kurzfristige Hilfsbereitschaft bedankte sich Landrat Thomas Bold (CSU) jetzt mit einer Einladung in das Große Restaurant der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen. "Die Organisationen haben uns mit erheblichen Kräften und großartigem Einsatz unterstützt und ihre Kompetenzen eingebracht", erklärte Landrat Thomas Bold. "Die Qualität der Unterkunft ist Ihr Verdienst. Hauptamtlich wäre die Herausforderung nicht zu meistern gewesen."
Bei einem Abendessen, das insgesamt 53 Berufsschüler der Fachrichtungen Köchin/Koch sowie Hotel- und Restaurantfachfrau/-mann unter Anleitung der Fachlehrer Hanne Dittmar, Josef Körner und Markus Bötz zubereitet haben, wurde auf gemeinsam Geleistetes zurückgeblickt. Darüber hinaus stand der Austausch über aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Bereich Katastrophenschutz im Vordergrund.


Langfristige Aufgabe

"Ich bin stolz auf das Ehrenamt", erklärte Thomas Bold. In der Krise halte der Landkreis zusammen. Und es gelte, diese Verbundenheit zu pflegen. Über die Hilfsorganisationen hinaus engagierten sich Ehrenamtliche in allen Gemeinden des Landkreises, um nicht nur die aktuelle Situation zu bewältigen, sondern auch um dauerhaft Integrationsarbeit zu leisten. Die Ressourcen dürften allerdings nicht überfordert werden, um im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben.
Auch Dr. Alexander Siebel betonte, dass es sich um Herausforderungen handelt, die noch lange nicht vorüber sind. "Es ist eine humanitäre Aufgabe, die bleiben wird", so der Vorsitzende des BRK-Kreisvorstands.

Info:

Am 12. August 2015 hat die Landkreisverwaltung von der Regierung von Unterfranken erfahren, dass der Notfallplan Asyl für den Landkreis Bad Kissingen am 24. August aktiviert werden soll. Bis dahin musste also eine Kapazität von anfangs 200 Plätzen geschaffen werden.

Binnen einer Woche konnte hierfür die ehemalige Wäschefabrik in der Röntgenstraße als Notfallunterkunft angemietet werden. Die große Herausforderung bestand nun darin, Wohneinheiten in ehemaligen Büroräumen und Fertigungshallen zu schaffen. Praktisch auf Zuruf boten hierfür der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes sowie der Ortsverband des Technischen Hilfswerks ihre Unterstützung an.

Insgesamt 70 Kräfte waren in den Tagen bis zur vollständigen Belegung am 27. August im Einsatz. Das Anfertigen und Aufstellen von Trennwänden, der Aufbau von Feld- und Stockbetten und die Ausstattung der Zimmer übernahmen die überwiegend Ehrenamtlichen genauso wie die Erstellung eines Belegungsplans und die Registrierung und Verteilung der ankommenden Flüchtlinge. Hierbei ist das BRK auch weiterhin der Kreisbehörde eine große Unterstützung, denn die Kapazität der Einrichtung ist inzwischen auf rund 300 Asylbewerber angewachsen. red