100 Jahre sind es in diesem Jahr her, dass die Mariengrotte am Katzenbruch, ein Flurstück in den Schwarzen Bergen, bei einer Wallfahrt eingeweiht wurde. Gestiftet wurde sie 1913 aus Dankbarkeit von Johann und Theresia Metz. Enkel Erich Metz, der sich liebevoll um die Grotte kümmert, erinnert sich noch an die Geschichte, die seinem Großvater damals passiert ist.
"Wir Metzens haben von 1895 bis 1954 neben der Landwirtschaft noch Kalk gebrannt. Und an einem heißen Spätsommertag im Jahre 1912 war mein Großvater in unserem Steinbruch im Katzenbruch, um frische Kalksteine zu holen. Seine Fuhre war noch nicht ganz voll, und er wollte auch noch schnell eine neue Sprengladung anbringen, damit am nächsten Tag die Arbeit schneller vorangeht.
Er hatte schon das metertiefe Loch in das Gestein gebohrt und schob die Sprengkapsel mit der Zündschnur vorsichtig ein. Er zündete die Lunte an und brachte sich in Sicherheit." Die Stangenröther Ortschronik be-schreibt das, was dann passiert ist, so:
"Einundzwanzig, zweiundzwanzig, jetzt hätte der Knall kommen müssen. Aber es blieb unheimlich still im Bruch. Nur der Wind, der das nahende Gewitter ankündigte, strich durch die hohen Buchen oberhalb des Bruchrandes. Das Unwetter kam immer näher, und Johann Metz wusste, dass er den Schuss nicht über Nacht stecken lassen durfte. Auch drängte der Aufbruch immer mehr.

Einmal tief durchatmen

Entschlossen näherte er sich dem Bohrloch. Noch einmal atmete er tief durch. Langsam fasste er die noch warme Zündschnur an, dann riss er blitz-schnell die Kapsel aus dem Loch und warf sie in hohem Bogen weg. Er hatte sich noch nicht ganz auf den Boden schmeißen können, als ein gewaltiger Knall ertönte und er wusste, dass er jetzt nur knapp dem Tod entronnen war."
So setzten er und seine Frau Theresia aus Dankbarkeit im Jahre 1913 oberhalb des Steinbruchs diese Mariengrotte zur schmerzhaften Mutter Gottes. Der Text auf dem Sockel lautet: Hier hemme, Wanderer, deinen Schritt, grüße unsere Schmerzensmutter. Bet still ein Vater unser hier; es ist kein Leid so tief und schwer, dass ihre Hilf unmöglich wär. Gestiftet von Johann und Theresia Metz.
Erich Metz hat jetzt die Winterabdeckung entfernt und die Grotte gereinigt. " Im Sommer feiern wir hier oben das 100-Jährige Gedächtnisfest in großem Familienkreis." - Eins ist Erich Metz aus der Kalkbrennerzeit geblieben: Sein Dorfname "Kalkbauer".