Das Münnerstädter Schwimmbad ist seit Jahren zu, in Wildflecken wurde jetzt die Schließung und der Abriss des Bades beschlossen. Und auch in Bad Kissingen stellt sich die Frage nach der Zukunft der 51 Jahre alten Schwimmhalle. "Wir haben zwar ein für das Alter entsprechend gutes Hallenbad", sagt Maik Schmeller vom Gebäudemanagement der Stadt. Die Einrichtung ist gepflegt, sauber und genügt den Ansprüchen von Schulen, Dauerschwimmern und Vereinen. Aber: "Mittelfristig muss hier eine größere Investition gemacht werden." Eine Beckensanierung wäre in den nächsten Jahren fällig und auch in die Technik müsste viel Geld gesteckt werden, wenn das Bad noch länger genutzt werden soll.


Wartung wird schwieriger

Die Technik tut zwar noch ihren Dienst, ist aber komplett veraltet. Im Vergleich zu modernen Anlagen muss sie häufiger gewartet werden, aber auch das ist keine Dauerlösung. "Die Anlagen, die wir haben, werden nicht mehr produziert. Deshalb wird es schwieriger, Ersatzteile zu bekommen", erklärt Schmeller. Die Filteranlage hat 51 Jahre auf dem Buckel, die Heizungsanlage und die Wasserrohre sind größtenteils genauso alt.

Silvia Griebel, die zuständige Fachangestellte für Bäderbetriebe, misst per Hand das Flockungsmittel und das Chlor ab, das dem Schwimmwasser beigesetzt wird. In modernen Bädern wird die Wasseraufbereitung vom Computer aus gesteuert. Das ist genauer und effizienter. "In den letzten Jahren wurden immer nur kleinere Reparaturen erledigt", sagt sie. Größere Investitionen wurden aufgeschoben, weil die Zukunft des Hallenbades ungewiss ist. Schmeller dazu: "Man muss das als großes Projekt sehen. Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, alles zu machen."


Noch keine oberste Priorität

Die Stadt hat noch keine konkreten Pläne, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll. "Das Thema befindet sich noch auf der Willensbildungsebene", sagt Pressesprecher Thomas Hack. Will heißen: Der Stadtrat muss sich erst noch damit auseinandersetzen und schließlich entscheiden, ob das Bad saniert oder besser geschlossen und neu gebaut werden soll. In den Fraktionen wird das Thema bereits diskutiert, wenn gleich es noch keine Top-Priorität genießt. "Wir haben jetzt erst große Projekte anstehen", sagt SPD-Fraktionssprecher Bernd Czelustek etwa mit Blick auf die Sanierung der Fußgängerzone und des Rosengartens sowie die Beckensanierung im Freibad.

Unumstritten ist, dass Bad Kissingen ein Hallenbad vorzuhalten hat. Ferner scheinen die Stadträte einen Neubau zu favorisieren. Drei Standorte werden derzeit diskutiert: Das Terrassenbad oder die Kisssalis-Therme könnten um ein Hallenbad erweitert werden. "Die Ideallösung wäre, wenn man vorhandene Technik nutzt", begründet Alexander Koller (DBK). Ebenfalls denkbar wäre ein Neubau in der ehemaligen US-Kaserne in der Nähe von Gymnasium, Real-, Mittel- und Sinnbergschule. "Das ist verkehrstechnisch gut erreichbar und passend für den Schulschwimmunterricht", meint Michael Heppes (CSU). Die Kaserne wäre außerdem für Schulen aus Nüdlingen und Münnerstadt, die vor Ort kein eigenes Schwimmbad haben, besser erreichbar.

Nachdem die Einrichtung für die Stadt ein Verlustgeschäft ist, ist auch denkbar, dass ein neuer Betreiber gesucht wird. Ein möglicher Kooperationspartner sind die Stadtwerke. Dem städtischen Tochterunternehmen gehört bereits die Kisssalis. Ein neues Hallenbad an der Therme anzusiedeln, wäre für die Stadt deshalb zusätzlich attraktiv. "Es ist zur Zeit nicht grundsätzlich ausgeschlossen, dass die Stadtwerke als möglicher Betreiber für das Hallenbad in Frage kommen", sagt Geschäftsführer Manfred Zimmer. Es gebe unterschiedliche Überlegungen, um das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Am nächsten Mittwoch entscheidet der Stadtrat über eine Gebührenerhöhung für das Bad.


Zahlen zum Hallenbad


Besucher In den letzten Jahren sind stetig etwas weniger Schwimmer ins Hallenbad gegangen: 2012 waren 10 481 Besucher, im Jahr darauf 10 038 und vergangenes Jahr 9518. Grundsätzlich ist die Auslastung aber hoch.

Einnahmen Wie die Besucherzahlen sind auch die Einnahmen aus Kartenverkäufen gesunken. 2012 betrugen die Eintrittsgelder noch 29 202 Euro, 2013 waren es 26 397 Euro und im Vorjahr nur noch 25 050 Euro.

Kosten Das Hallenbad verursacht der Stadt ein jährliches Defizit in Höhe von mehr als 200 000 Euro.