Dessen bekanntestes Werk "Max und Moritz" wurde im Herbst 1865 zum ersten Mal gedruckt. Der Verfasser des späteren Bestsellers erhielt damals vom Verleger Kaspar Braun ein einmaliges Honorar von 1700 Talern, mit dem der junge Schriftsteller anfangs sehr zufrieden war. Doch dann stellte er fest, dass sein Werk in zahlreichen Neuauflagen (540 !!) und in 93 Sprachen übersetzt erschien. Eine zusätzliche Vergütung für den Bestseller erhielt er vom Verleger erst nach vielen Jahren. Dagegen erzielten Plagiate wie "Maus und Molli" nicht diesen Erfolg. Bei seinem Tod im Jahr 1908 waren 438 000 Max und Moritz-Bücher auf den Markt gekommen.
Driesel behandelte in seinem Vortrag auch das 20 Jahre ältere Werk des Frankfurter Psychiaters Dr. Heinrich Hoffmann, das den Namen "Struwwelpeter" trägt. Ähnlich wie "Max und Moritz" hatte es einen so nie erwarteten Erfolg. Der Verfasser hatte in der Angst vor einer Blamage das Werk unter dem Pseudonym "Reimerich Kinderlieb" in Druck gegeben.


Der Maler Wilhelm Busch

Wilhelm Busch, geboren 1832, wurde später von seinen Eltern einem Onkel zur Erziehung übergeben, der ihn eher positiv beeinflusst hat. Driesel stellte Wilhelm Busch auch als Maler vor, dessen Bildwerk er durchaus Niveau bescheinigte. Busch sei auch der erste gewesen, der Alltagsgeräusche gezielt in Sprache umgesetzt habe. Der bekannte Autor blieb zeitlebens ledig, hatte aber ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu einer (verheirateten) Frau und verstarb 1908 in Mechthausen. Ein Max und Moritz-Denkmal auf dem Friedhof erinnert an den populären Schriftsteller.
Kreiskulturreferent Werner Eberth gab am Ende die nächsten Veranstaltungen des Kreiskulturreferates bekannt: Samstag, 19. März Ausflug zum Militär-Museum Stammheim; 12. Mai Vortrag anlässlich des 150. Todesjahres von Friedrich Rückert in der Kunsthalle Schweinfurt mit Hans Driesel.