Mit einer mondänen Silvester-Gala ist in Bad Bocklet das alte Jahr ausgeklungen. Im Kursaal war zu einer musikalischen und kulinarischen Reise durch Wien eingeladen worden, selbst ein Kaiserpaar war anwesend. Elisabeth, Kaiserin von Österreich, besser bekannt als Sisi und ihr Gatte, Franz Joseph I. von Österreich waren erschienen, dargestellt von Bianca und Michael Martin, beide vom Rondo Historica. Sie gingen dabei ganz in ihren Rollen auf und begeisterten das Publikum auch durch einen Tanz. Auch das Gala-Büffet war vom Allerfeinsten, hier verwöhnten zahlreiche Spezialitäten und Schmankerl den Gaumen der Besucher.
Doch auch der musikalische Genuss wurde nicht vernachlässigt. Dafür sorgte das Kurorchester aus Bad Kissingen unter der Leitung von Elena Iossifova, das mit seinen Stücken in die Zeiten der Donaumonarchie entführte und es verstand, Wiener Charme zu verbreiten, was den Besuchern sehr gut gefiel. Gleich zu Beginn spielte das Orchester mit viel Freude die allbekannte Weise "Wien bleibt Wien" von Johann Schrammel, was die Zuhörer mit viel Applaus goutierten. Stücke wie die "Annen-Polka" vom legendären Walzerkönig Johann Strauß (Sohn) durften natürlich nicht fehlen. Königlich-gemessen kam diese Weise daher und man erwies so der feinen Eleganz der habsburgischen Doppelmonarchie seine Referenz. Den Musikern war die Freude beim Spielen regelrecht anzumerken, sie wussten das Stück ganz im Sinne des Komponisten zu interpretieren, was selbst das Kaiserpaar hoch erfreute.
Und dennoch sollte der musikalische Genuss noch eine Steigerung erfahren. Mit dem Tenor Julian Alberto Henao Gonzalez hatte man einen wahren Meister seinen Fachs engagieren können, der mit seiner Stimmgewalt, aber auch seinem Gespür für die feinen emotionalen Besonderheiten der einzelnen Stücke beeindruckte. Das "Dein ist mein ganzes Herz", einer Arie aus der Operette "Land des Lächelns", bei der Franz Lehár die Musik geschrieben hatte, kam sehr gut an. Gonzalez gelang es durch seine temperamentvolle Weise zu begeistern und für viel Applaus im Publikum zu sorgen. Auch das "'O sole mio" lud zum Träumen ein und entführte musikalisch in südländische Gefilde.
Für Begeisterung sorgte auch die Sopranistin Iva Ionova, die überaus gelungen im Duett mit Gonzalez harmonierte, aber auch Solostücke mit viel Verve zu interpretieren wusste. Gesanglich wurde eine große musikalische Palette abgedeckt, bis hin zu Filmmusik und Evergreens wie "Strangers in the night", so dass für jeden etwas dabei war. Dabei wechselten sich ausgelassene Weisen mit melancholischen ab und Elena Iossifova gelang das Kunststück, die Zuhörer auf einen wunderschönen Streifzug durch die österreichische Musikgeschichte mitzunehmen, die viele Eigenheiten der Wiener Seele offenbarte: unter anderem auch das "andere" musikalische Gesicht der Donaumonarchie, nämlich die ungarischen Einflüsse. Hier profilierte sich Iossifova als wahre "Teufelsgeigerin", als sie den ungarischen Csárdás mit virtuoser Eleganz zu meistern wusste.

Kaiserpaar war eine Bereicherung

Sehr gut gefallen hat die Silvester-Gala Brigitte Wischang aus Aschach und Brigitte Junge aus Bad Bocklet. "Die Atmosphäre ist sehr schön hier, der Kursaal geschmackvoll hergerichtet", meinte Brigitte Wischang. Besonders freute es sie, dass das Kaiserpaar den Abend bereicherte. "Das Essen war ausgezeichnet, die Stimmung ist hier sehr gut", bestätigt auch Brigitte Junge. Sie freute sich besonders über die musikalische Reise durch Wien, über die abwechslungsreichen Melodien und den schönen gesanglichen Vortrag. Doch natürlich ist Silvester auch immer die Zeit, in der man sich schon Gedanken über das neue Jahr macht. "Ich hoffe, es wird ein friedliches Jahr. Gesundheit ist wohl für alle das wichtigste", sagt Brigitte Wischang. Brigitte Junge wünscht sich vor allem Zufriedenheit in allen Lebenslagen. Für beide war es ein schöner Ausklang des alten Jahres.