Mit Essen hatte die "Musikalische Schnitzeljagd" nichts zu tun. Die Jagd, zu der die Kinder am Samstagvormittag und -nachmittag eingeladen waren, drehte sich um die Musik und um ihren kindgerechten, spielerischen Zugang.
Fünf Stationen hatte das Schnitzeljagd-Team aufgebaut, die die zwei Gruppen zu absolvieren hatten: Am Treff- und Startpunkt, im Tattersall, hielt Professor Tatter für seinen japanischen Geigenschüler Hozumi Murata (wie alle anderen beteiligten Musiker auch Mitglied der Bremer Kammerphilharmonie) eine Stunde und zeigte ihm, wie man Mozart richtig spielt, nämlich "flech und flöhlich", wie der Zöglich memorirte.
Neben dem Tattersall wartete ein Trio mit Violine, Flöte und Harfe auf die Schnitzeljäger. "Spanien" meinte einer von ihnen auf die Frage, wo diese Musik denn herkommt. Fast richtig: Es war ein Trio von Jacques Ibert.
Zwischen Jakobuskirche und Bratwurst-Ströbel hatte sich ein Duo mit Violine und Violoncello häuslich niedergelassen und spielte für die Kinder eine Gavotte, eine Aufforderung zum Tanz von Reinhold Glière, und manche trauten sich sogar, ihre Finger tanzen zu lassen. Mit einigen der köstlichen kurzen Duos für zwei Violinen von Béla Bartok, einer Musik, die ihnen erstaunlich nahe war, wurde der Jagdtross im Durchgang des Rathauses erwartet. Und schließlich, mitten im Gewühl des samstäglichen Marktplatzes, begegnete den Kindern Papageno, der Vogelhändler, mit Geige und Flöte.


Laut, leise und schnell

Zurück im Tattersall, dirigierte Artur, der Zauberer der Dirigierkunst, ein kleines Orchester, staunte selbst, dass die Musiker genau das tun, was er ihnen vorgibt, und organisierte die Kissinger Weltmeisterschaft für Geiger im Laut-, Leise- und Schnellspielen. Natürlich schlafen sie beim Leisespielen ein. Die beiden Finalisten, Hozumi Murata und Gunther Schwiddessen, schenkten sich nichts - sehr zur Freude der Kinder. Und am Ende wurde der Preis gerecht geteilt.
Die Fragen, die die Kinder beantworten mussten, waren zum Teil gar nicht so einfach. Um zu erkennen, wie viele Pedale eine Harfe hat, mussten sie um das Instrument herumgehen, das vor dem Tattersall stand, und von eins bis sieben zählen. Aber ansonsten mussten sie schon genau zuhören, wenn sie wissen wollten, dass der Vogelfänger in Mozarts "Zauberflöte" Papageno heißt. Oder dass der Geigenschüler aus Japan, das Stück, das er am Anfang spielt, seine "Lieblingsmelodie" nennt. Manchmal haben sicher die Eltern oder Großeltern ein bisschen geflüstert.


Das Lösungswort

Das eigentliche Lösungswort hätte man auch ohne die Fragen finden können. Der Satz: "Die musikalische Schnitzeljagd findet beim Kissinger ?????? statt. Na? Funkt's?
Die drei Gewinner wurden aus dem Papierkorb mit den Lösungszetteln gezogen: Finn vor Marcel und Amelia. Sie bekamen Karten, zum Beispiel für den "Sommernachtstraum" der Kissinger Schüler, und Gutscheine.
Nächstes Jahr wollen alle wieder mitmachen - auch die Eltern und Großeltern.