Es kamen sogar 700 Euro zusammen. Am frühen Samstagmittag löste Blankenburg seine Wette ein und trat zum Autowaschen an der Unteren Marktstraße in aller Öffentlichkeit an.

Gefreut hatte sich ein Dutzend Firmlinge der katholischen Pfarreien-Gemeinschaft "Jesus - Quelle des Lebens" darüber, dass die ansässige VR-Bank zusätzlich noch 250 Euro und die Schilling-Bank 200 Euro spendeten. Zudem legten der Oberbürgermeister und der singende Dekan Thomas Keßler jeweils noch einen 100-Euro-Schein oben drauf.

"Man müsste jetzt das amerikanische Lied vom Car Wash anstimmen", meinte Keßler, als er zur Gitarre griff. Doch sein Repertoire erstreckte sich mehr in Richtung des klassisch deutschen Liedgutes, was einige Passanten im Seniorenalter als recht wohltuend registrierten.


Mit Jeans und T-Shirt an die Arbeit



"Ich finde es gut, dass unser Oberbürgermeister zu seinem Wort steht", meinte Firmling Michele Wedler und reichte Blankenburg den Eimer mit dem Waschwasser. Blankenburg hatte seinen Anzug gegen bequeme Jeans und T-Shirt getauscht und machte sich alsbald mit dem Schwamm an seine schaumige Arbeit. Eine Kappe und die Sonnenbrille schützten das Oberhaupt der Kreisstadt vor der prallen Sonne. Objekt der Autowäsche war ein verschmutzter Pkw der Caritas-Sozialstation. Der glänzte nach der prominenten Waschaktion von oberbürgermeisterlicher Hand.

Caritas-Geschäftsführerin Claudia Rößner freute sich über das blinkende Gefährt nach der Autowäsche. "Armut macht krank - Jeder verdient deshalb Gesundheit", zitierte Helga Vierheilig vom Fachdienst der Gemeinde-Caritas das Jahresmotto. Weitere Jugendgruppen aus dem Landkreis seien heuer im Rahmen ihrer Firmungsvorbereitung auch in Seniorenheimen und an den Tafeln für die Bedürftigen tätig gewesen. So leben die Firmlinge an praktischen Beispielen vor, was der christliche Grundgedanke bedeutet und wie er auf dem sozialen Sektor ins tägliche Leben umgesetzt werden kann.