Eigentlich ist sie die Nummer 1. Doch am Samstagabend ließ es sich Dirigentin Manuela Möller nicht nehmen, als Nummer 13 zu agieren. Sie hatte ein Deutschlandtrikot mit der Nummer von Thomas Müller unter ihrem Blazer versteckt, den sie zum Ende des kleinen Konzertes auszog. Mit der Aktion überraschte sie nicht nur ihre Musiker von der Bläservereinigung Burkardroth, sondern auch das Publikum. Das hatte sich wieder zahlreich am Musikpavillon eingefunden und durfte am Samstagabend beim "Blasmusik-Open-Air" etliche angenehme Überraschungen erleben.
Die erste gelang bereits zum Auftakt des Abends. Dafür hatten sich die Bläser vor der Burkardrother Pfarrkirche versammelt, um nach Beendigung des Gottesdienstes mit den Kirchenbesuchern zu den Klängen eines zünftigen Marsches zum Musikheim in der Häfnergasse zu ziehen. Etliche Kirchgänger schlossen sich dem Zug an, sowie Bürgermeister Waldemar Bug (ödp), Bläser-Vorstand Florian Kirchner und der Projektkoordinator Erdinc Yurdakul. Die drei machten zwischendurch mit dem "SaaleMusicum-Boot" Station an der Aschach. Doch die Musik spielte, im wahrsten Sinne des Wortes, dann am Musikpavillon. Dort zeigte das Orchester der Bläservereinigung einmal mehr, welch musikalische Vielfalt und Qualität es mit seiner Blasmusik bietet.


007 und Tradition

Für ihr kleines Konzert hatten die Musiker diesmal "Skyfall" einstudiert, das Titellied des gleichnamigen James-Bond-Films, der 2012 Premiere feierte. Aber auch Traditionelles gab es zu hören, unter anderem die Polka "Kirschblütenzauber" sowie ein Geburtstagsständchen, das Lied "Rose". Auf dieses hatte sich die elfjährige Musikerin Hannah Hartmann besonders vorbereitet und viel geübt. Denn ihre Aufgabe war es, das Trompetensolo in dem Stück zu spielen, was ihr hervorragend gelang. "Es war schön, aber ich war sehr angespannt", schildert das Mädchen aus Frauenroth, wie es sich bei dem Soloauftritt fühlte. "So gut wie heute hat sie das noch nie gespielt", lobte Vorstand Florian Kirchner die jüngste Nachwuchsmusikerin des Orchesters.
Der 20-Jährige zeigte sich ebenso wie der Projektkoordinator des SaaleMusicum sehr zufrieden mit dem kurzweiligen Abend, den nur ein kurzer Regenschauer kurz nach 20 Uhr durcheinanderwirbelte, als gerade das "Trio Schwarzer Adler" mit seinen volkstümlichen Wirtshausliedern für Abwechslung sorgte. Doch weder das Trio um den Metzgermeister Raymund Kirchner, das diesmal ein Quartett war, noch die Bläser und ihre Fans ließen sich davon vertreiben. Sie warteten den Schauer kurz ab und genossen den Rest des Sommerabends, ab 21 Uhr beim "Fußballkrimi" der deutschen Nationalmannschaft.