Armbanduhren für acht Euro, Kochlöffel für einen Euro, Ledergürtel für fünf Euro. Mit 65 Ständen war der traditionelle Ostermarkt von Oberthulba um 15 geringer bestückt als in den Vorjahren. Dennoch füllte sich die Marktmeile an der Ortsdurchfahrt, auf dem Marktplatz und in der Kirchstraße mit interessanten Verkaufsständen. Parkplätze in der Nähe waren Mangelware.

"Besucher sind genug da, doch die laufen durch und kaufen weniger als früher", klagt Marktbetreiberin Gabriele Weiss-Singh über den geringen Umsatz aus ihrem Bekleidungsstand. Von ihrem Heimatort Steinau habe sie über eine Stunde Anfahrt. "Wenn ich bei meiner Terminplanung schon gewusst hätte, dass am Ostermontag so ein schlechtes Wetter ist, dann wäre ich nicht gekommen", bestätigt Deko-Händler Gerald Bauer aus Würzburg. Allein die Tatsache, dass er die Standgebühr im Voraus bezahlt habe, hätte ihn zur Anreise verleitet.

Recht zufrieden waren hingegen die Gewürzhändler aus Grettstadt und Heroldsbach (bei Forchheim). "Die 150 Kilometer Anreise nehme ich gern in Kauf", bestätigt Händlerin Gisela Wild. Denn ihre Stammkundschaft warte regelmäßig auf Pfeffer, Paprikapulver und spezielle Teesorten. Hauptsächlich Haushaltswaren seien im Blickfeld der Ostermarktbesucher, bestätigt Marktleiterin Simone Nürnberger aus dem Rathaus. "Nach vier schönen Markttagen mit Sonnenschein in den vergangenen Jahren ist es heuer leider auch mal ein Schlechtwettertag", bedauert sie.

Die Kirchgasse war den künstlerischen Ständen vorbehalten. Der Hammelburger Konrad Albert zeichnete hier seine Portraits. Es gab Unikate von Dekorationsmaterial aus Holz und Metall, aber auch handgefertigte Seifenstücke, die wie Rosen oder Pralinen aussehen.

Gefragt waren auch die selbst gebrannten Spirituosen des Windheimers Manfred Lutz. Die Kinder fuhren gerne ein paar Runden mit der Eisenbahn unterhalb der Kirchentreppen oder stellten sich in die Warteschlange für Zuckerwatte und weitere Süßigkeiten. Für Speis und Trank sorgten auch örtliche Vereine wie der TSV und die Feuerwehr.