Bürgermeister Ernst Stross (SPD) erklärte gestern: "Ich habe letzte Woche eine Mail von Herrn Polzer erhalten, dass der Investor, der auf den sechs mittleren Grundstücken drei große Häuser mit seniorengerechten Wohnungen bauen wollte, abgesprungen ist." Hierdurch fehlten der PBI die Einnahmen für eine Fortsetzung der Erschließung. Nach Angaben des Bürgermeisters sind derzeit 14 der 28 Grundstücke zu haben. Die übrigen 14 seien zum Teil verkauft, zum Teil vergeben, aber noch nicht vollständig bezahlt.
Nach Verstreichen der dritten Frist habe er mit der Firma PBI, der Bank und Vertretern der Stadtratsfraktionen in dieser Woche mehrere Gespräche geführt. Einig seien sich alle darin, dass die Erschließung möglichst zügig fortgesetzt und auch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollte. Einen Konsens, wie es im Detail weiter gehe, gebe es aber noch nicht.

Springt die Bank ein?


Ob die Bank einspringe, um den Finanzierungsengpass der Firma PBI zu überbrücken, wie es Polzer Ende März versichert hatte, dazu wollte Stross sich nicht äußern. Nicht kommentieren wollte der Bürgermeister auch die Möglichkeiten, dass die Stadt selbst Zahlungen leistet oder eine Bürgschaft übernimmt. Die PBI GmbH soll nach den Worten des Bürgermeisters aber der Erschließungsträger bleiben.

"Keine solch horrende Summe"


Er könne nachvollziehen, wenn ein Grunderwerber sich ärgere, weil er schon viel Geld investiert habe und es im Baugebiet nicht voran gehe. "Fakt ist aber auch, dass alle Zahlungen bei der Bank gelandet sind", trat Stross Behauptungen entgegen, wonach Mittel veruntreut worden seien. Zu den Warnungen, unter anderem von einem früheren Geschäftspartner von Sigisbert Polzer, der Firma drohe ein Konkurs, sagte Stross: "Ich hoffe nicht, dass es soweit kommt".
Stross bezog auch Stellung zu dem Vorwurf, den Stadtwerken entstünden Einnahmeausfälle von 2500 Euro pro Tag, weil sie ihr längst errichtetes Blockheizkraftwerk zur Versorgung des Gebietes nicht nutzen könnten. "Genaue Zahlen kann ich nicht nennen, aber es handelt sich bei weitem nicht um solch eine horrende Summe", versicherte der Bürgermeister, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist.