Ein bisschen sieht er so aus, als hätte er den Weihnachtsmarkt schon hinter sich. Der Baum auf dem Bad Kissinger Marktplatz. Mario Selzer, stellvertretender Pressesprecher der Stadt widerspricht. Von oben habe er den Baum fotografiert, das sehe bei weitem nicht so schlimm aus, wie derzeit in den sozialen Netzwerken behauptet werde.

Auch von unten hat er geguckt und sagt: "Vor die braunen Stellen da werden noch Pavillons gestellt." Und überhaupt, wenn erstmal die Lichter drauf sind und vom Schnee ganz zu schweigen. Der Baum ist gut zehn Meter hoch. Es ist nicht nur hier in Bad Kissingen, auch andernorts mittlerweile immer schwieriger, solche Bäume überhaupt zu bekommen, sagt Selzer.


Wo die Bäume herkommen

Das vorweihnachtliche Baum-Beschaffungs-Programm der Stadt sieht nun folgendermaßen aus: Über das Jahr hinweg kann jeder Bürger der Stadt melden, dass er einen Baum hat, der sich als Weihnachtsbaum eigenen und den er gerne loswerden würde. Die Stadt schickt daraufhin einen Gärtner vorbei, der sich den Baum ansieht. Befindet dieser den Baum für gut, lässt die Stadt ihn abholen. Zwölf Bäume haben sie so heuer in der Stadt und den Stadtteilen aufgestellt. Kein Weihnachtsmarkt ohne Baum und kein Weihnachtsmarkt ohne Buden. Dafür zuständig ist Birgit Rechtenbacher - Probleme, ja die kennt sie auch. Wer, sagt Birgit Rechtenbacher, kaufe heute noch Weihnachtskugeln auf einem Weihnachtsmarkt? "Die besorgt sich doch jeder im Baumarkt." Rechtenbacher ist im Verein Pro Bad Kissingen und somit für die Planung und Organisation des Bad Kissinger Weihnachtsmarktes mitverantwortlich.

"Das Schwierigste", sagt sie, "ist die Kunsthandwerkerbuden zu besetzen." Eben weil der Umsatz so gering ist. Darum gibt es immer weniger Jesu-Kind aus Holz und, jedenfalls heuer in Bad Kissingen, mehr Reh aus dem Wald.

Neben den Wildprodukten gibt es auch wieder einen Porträtzeichner. "Der kommt immer gut an", sagt Rechtenbacher. Was ebenfalls gut ankommen soll, ist die "Musik-Entertainment-Show mit Elisza", am Freitag, 4. Dezember, um 18 Uhr, auf dem Marktplatz. Die Musik gehe, so beschreibt es Reichenbacher, "in Richtung Falco-Lieder".

Sie selbst freut sich am meisten auf die Eröffnung. Wenn heute um 17 Uhr die Kinder mit den Lampions durch die Stadt ziehen. "Das ist für mich ergreifend."

Ortswechsel. Stefan Stöht kennt sie alle; die größeren Katastrophen: "Vor zwei Jahren hatten wir mal einen Brand in einer Toilette", die etwas kleineren: "Es gab mal einen Stromausfall", die vermeintlichen Lappalien: "Manchmal wackelt ein Tisch und ich suche dann was zum drunter legen." Und dann sind da noch die Absagen. Eine kam erst am Dienstagmorgen. Ausgerechnet ein Stand, der selbstgemachte Krippen anbietet. "Ein Krankheitsfall." Kann man nichts machen, ersetzten wird er den Platz nicht mehr können. "Es will auch keiner als Lückenfüller eingeladen werden."


Sicherheit ist auch ein Thema

Gemeinsam mit den Vereinen für Tourismus und Marketing ist Stefan Stöht, Verwaltungsangestellter der Stadt Hammelburg, für die Organisation des Weihnachtsmarktes zuständig. Ordnung und Sicherheit, das sind seine Einsatzgebiete. Heuer also besonders brisant - vor dem Hintergrund der aktuellen Terrorlage in Paris.
Nun ist Hammelburg einerseits zwar keine Großstadt, andererseits wurden hier am Ausbildungszentrum der Bundeswehr die Peschmerga-Kämpfer trainiert die in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Einsatz sind. "Ich habe mir schon Gedanken gemacht", sagt Stöht.

Aber am Ende dürfe man sich auch nicht verrückt machen lassen. Zumal das Konfliktpotenzial auf dem Markt häufig auch von innen kommt. Ein friedlicher Ablauf, das ist für Stöth vor allem dann gegeben, "wenn die Marktbeschicker mit ihren Nachbarn auskommen."
Es ist, sagt er noch, ein Weihnachtsmarkt mit einem besonderen Flair. Die sechzehn Höfe, die ihre Tore öffnen und die für zwei Tage Kunsthandwerker aus ganz Deutschland beherbergen. Die Beschickerin aus Mönchen-Gladbach dürfte die weiteste Anreise haben.


Münnerstadter Weihnachten

Machmal, sagt Oliver Schikora, spielen sich vor dem Himmelsposamt auf dem Münnerstadter Weihnachtsmarkt rührende Szenen ab. Dann, wenn auf dem Wunschzettel keine Playstation steht, sondern: "Mama soll wieder gesund werden." "Haben wir alles schon gehabt", sagt Schikora. Seit 13 Jahren organisieren er und vier weitere Mitglieder des Altstadtvereins den Weihnachtsmarkt. Was ihm gefällt? "Alles." Da wären zum Beispiel die drei Open-Air-Konzerte die es so wohl nur in Münnerstadt gibt, von Irish-Folk bis Oldie-Band. Und da ist der Zusammenhalt der Vereine bei den Vorbereitungen - Dienstagabend musste die Bühne das erste Mal vom Verein selber aufgebaut werden. "Alle haben mitgeholfen."


Aschacher Schlossweihancht

Donnerstagmorgen auf Schloss Aschach: Noch-Schlosswirt Rainer Ernst hat eine falsche Lieferung korrigiert und bereitet sich jetzt langsam darauf vor, seinen Stand aufzubauen. Ein bisschen Zeit hat er noch. Leicht werde es nicht für ihn. Die Schlossweihnacht kostet Eintritt, vier Euro, dadurch kommen auch weniger Gäste in sein Restaurant. Aber schön wird es trotzdem werden, sagt er.
Er hat einigen Kunden Emails geschrieben, wenn sie kommen, gibt es bei seinem Stand ein Getränk umsonst.


Die Weihnachtsmärkte im Überblick

Münnerstadt Mit über 40 Ständen wartet ab Samstag, 28. November von 13 bis 21 Uhr, sowie am Sonntag, 29. November, von 10 bis 18 Uhr der 13. Kunsthandwerkermarkt "Weihnachten im Schloss" im Münnerstädter Deutschordensschloss und Heimatspielmuseum auf. Highlight sind die drei Open-Air-Konzerte im Schlosshof. Am Samstag spielt zunächst um 16 Uhr das Schlagerduo "Bruderherz", bevor ab 19.30 Uhr die Bad Neustadter Band "Die Patienten" Oldies zum besten geben. Am Sonntag um 15 Uhr spielen die Rhöner Musikanten "Whistling to the Bird" Irish Folk.

Hammelburg Auf dem Hammelburger Altstadt-Advent öffnen die Höfe ihre Tore am Samstag von 15 bis 22 Uhr und am Sonntag von 15 bis 20 Uhr. Geöffnet hat der Markt am Samstag ab 12 Uhr, offiziell eröffnet wird der Altstadt-Advent um 17 Uhr.

Aschach Am zweiten und dritten Adventswochenende (4. bis 6. und 11. bis 13. Dezember) findet die Aschacher Schlossweihnacht statt. Highlight ist am 13. Dezember um 14.30 das Adventskonzert mit dem Gesangssextet "Voila". Es findet statt im Kursaal Bad Bocklet, der Eintritt beträgt 15 Euro.