Das Wochenende 27./28. Juli ist gekennzeichnet durch die traditionell gute Zusammenarbeit von Gemeinde und Militär. Nicht als konkurrierende Veranstaltungen, sondern als harmonische Ergänzung werden die Ereignisse "Wilder Sommer 2013" der Gemeinde Wildflecken inklusive SaaleMusicum, "Jubiläum 75 Jahre Truppenübungsplatz / 15 Jahre Gefechtssimulationszentrum des Heeres" und weitere Events mit dem Tag der offenen Tür der Bundeswehr gefeiert.

Der Besucher, für den sich Rhön-Kaserne und Truppenübungsplatz am Samstag und Sonntag zum Festbetrieb öffnen, hat eine reichhaltige Auswahl: Ein Platzkonzert des Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim, das Kulturfestival SaaleMusicum mit dem Wildfleckener Musikzug, die Fahrzeug- und Geräteschau der Bundeswehr sowie die Gewerbeschau der Gemeinde Wildflecken. Viele Aktionen und Programme lassen keine Langeweile aufkommen. So zum Beispiel die militärische Technikschau mit interessanten Vorführungen. "Ziel der Veranstaltung soll sein, die Bedeutung der Bundeswehr im Rahmen der Friedenssicherung zu zeigen", so die Ankündigung des Standortältesten Oberstleutnant Roland Reckziegel von der Rhön-Kaserne.

Weitere Behörden und Organisationen werden sich präsentieren. So zum Beispiel auch das Rote Kreuz, der Bundesforst und der Zoll. Die an diesem Wochenende in der Housing-Area übende Berufsfeuerwehr aus München wird sich blicken lassen. Überlagert wird das Mega-Ereignis von der Kulturveranstaltung "SaaleMusicum" und vom Wandertag, der über den Truppenübungsplatz führt. Zahlreiche Ausstellungen und interessante Präsentationen ergänzen das Event. Eine Kinderbetreuung sorgt für die Entlastung der Eltern.

Enthüllung einer Gedenktafel

Mit der Enthüllung einer Gedenktafel, die an die Stationierung der US-Armee in Wildflecken erinnert, wird schon am Freitagabend, 26. Juli, auf dem Wildfleckener Rathausplatz zwischen 19 und 20 Uhr auf das feierliche Wochenende eingestimmt. Dort wird nicht nur das vorgenannte Heeresmusikkorps zu hören sein. Die Color-Guard der U.S.-Army wird sich zeigen und hochrangige Vertreter an die Zeit der Amerikaner in der Rhön-Kaserne erinnern. Bürgermeister Alfred Schrenk wird dort freilich auch Ehrengäste der deutschen Seite begrüßen.

"Wir beenden nun unsere Anwesenheit in Wildflecken. Aber ich versichere Ihnen: Wir beenden nicht unsere Freundschaft. Tiefe und lange Freundschaft endet nicht so einfach", hatte der letzte amerikanische Standort-Kommandant Lieutenant Colonel Vicente C. Ogilvie anlässlich der Auflösungszeremonie am 15. April 1994 versichert. Von 1951 bis zu diesem Termin, also 43 Jahre lang, war die Kaserne samt Truppenübungsplatz in amerikanischer Hand. Rund 8000 U.S.-Soldaten und deren Familien lebten in Wildflecken und Umgebung.

Viele Freundschaften entstanden, auch deutsch-amerikanische Ehen. Viele aus diesem Kreis der Ehemaligen werden zum Jubiläum erwartet. U.S.-Abordnungen aus Grafenwöhr, Soldaten vom Hauptquartier der U.S.-Army Europe aus Wiesbaden, Angehörige von der Society of the 3rd Infantry Division, örtliche Vereine, die Bundeswehr und der Reservistenverband haben ihr Kommen zugesagt.

Grußworte wird es von den Schutzherren am Samstag, 27. Juli, um 10 Uhr zur offiziellen Eröffnung des Festes geben, und zwar von Bad Kissingens Landrat Thomas Bold und Brigadegeneral Johann Berger, Kommandeur des Landeskommandos Bayern. Außerdem werden Ansprachen von William E. Moeller, amerikanischer Generalkonsul in München, und Captain Monika Stoy, Präsidentin der Society of the 3rd Infantry Division, erwartet.

Wander-Jubiläum

Ein Jubiläum mit der runden Jahreszahl 40 kann der Volkswandertag auf dem Truppenübungsplatz feiern. Auch heuer zum Tag der offenen Tür am 27. und 28. Juli locken wieder drei verschieden lange Wegstrecken. Als optische Leckerbissen auf dem naturbelassenen Gelände gelten: Mittelberg, Eierhauck, Kippelbach, Katzensteine, Ottersteine, Dammersfelder Kuppe, Rückberg und Wölbersbacher Wald.

Nicht selten gibt es bis zu 3000 Wanderer an diesen beiden Tagen. Festes Schuhwerk sowie ausreichende Verpflegung seien unbedingt nötig für solche Wanderungen, darauf weist der Veranstalter hin. Stärken kann sich der Wanderer auch an einigen Stationen auf den Strecken. Die Wandermedaille zeigt heuer den Umriss des Truppenübungsplatzes als Motiv.

Umfangreiche Organisation

"Es wird viel geboten", verspricht Oberst Neuber, Leiter des Bereichs Übungen und stellvertretender Leiter des Gefechtssimulationszentrums, ein tolles Wochenende. Geboten werde teilweise Volksfestatmosphäre aber auch militärische High-Tech-Demonstration in Übungsabläufen und Fahrsimulationen. Organisatorische Unterstützung erhält Bürgermeister Schrenk von Hans Rohrmüller, dem ehemaligen Bürgermeister von Bad Brückenau, von Heinz Leitsch aus Modlos und von den Reservisten.
"Ich war hier zweieinhalb Jahre lang stationiert und als Zugführer einer Kompanie tätig", erinnert sich Rohrmüller. Er freue sich auf die amerikanischen Gäste nach 19 Jahren Abwesenheit. Aus Grafenwöhr und Heidelberg seien schon amerikanische Fahnenabordnungen angekündigt. Aufgelockert werden soll die Freundschaftsstimmung mit vielen Luftballons in deutschen und amerikanischen Nationalfarben.
"Unser Gemeinderat steht voll und ganz hinter dieser Festaktion und befürwortet den Gedenkstein", bestätigt Schrenk. Und dann erinnert er sich, dass er vor vielen Jahren amerikanischen Offizieren Nachhilfeunterricht in Deutsch gab. Ob es im kommenden Herbst eine Wiederholung des traditionellen Berglaufs "Run up the Hill" geben werde, sei noch nicht beschlossen, aber möglich.
"Es gibt immer noch den Kontakt zu den Ehemaligen", bestätigt Leitsch und weist auf die entsprechenden Einträge im Internet-Gästebuch hin. "Manche reisen ganz privat aus den USA zum Festwochenende an", weiß Leitsch. Die Historie des Truppenübungsplatzes wird schließlich auch in den Traditions-Ausstellungsräumen im Kasernenbereich zu sehen sein. Leitsch: "Wir sollen aber auch in die Zukunft blicken und zum Beispiel den Tourismus fördern".