Schutz und Hilfe bei Brand- und Naturkatastrophen sowie Verkehrsunfällen sind ureigenste Aufgaben der Feuerwehren. Diese Dienste basieren auf kameradschaftlichem Miteinander, dem Jubiläumsfeste, gemütliche Treffen und Tanzveranstaltungen dienen.

Zeitgemäße Ausrüstung und Ausbildung auf der einen und Förderung des Gemeinsinns durch gesellige Veranstaltungen auf der anderen Seite zählten seit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Oerlenbach zu den Zielen. Zusammen mit der Gemeinde beschaffte die Wehr seit je her die nötige Ausstattung, finanziert über Einnahmen aus Veranstaltungen wie dem Rosenmontagsball. Das gilt bis heute, wenn Großprojekte wie neue Fahrzeuge oder Feuerwehrhaus anstanden bzw. anstehen.

Bis ins Mittelalter reichen Aufzeichnungen über Feuerwehrwesen und Brände zurück. Offiziell gründeten 23 Bürger mit Bürgermeister Michael Kießling und Lehrer Georg Karl Lutz an der Spitze 1880 die FFW. Fünf Jahre später folgte die Feier zum fünfjährigen Bestehen mit einem Festball, wie die Chronik bestätigt: "Die Tanzlust war so groß, dass die genehmigte Zeit überschritten wurde. Der Verein wurde angezeigt und musste 6 Mark Strafe zahlen." Der Freude am Tanzen tat dies keinen Abbruch. 1903 folgte erstmals im Februar ein Tanzkränzchen, ein Vorläufer des heutigen Rosenmontagsballs.

Drei Tage lang feierte das damals kleine Dorf (knapp 300 Einwohner) 1930 das 50-jährige Bestehen der Wehr mit einem Festball als Höhepunkt. Drei Jahre später richtete der Verein erstmals am Rosenmontag einen Fastnachtstanz aus. Darüber findet sich im Protokollbuch: "Zum Tanz spielte die Ortsmusik für 35 Reichsmark auf. Der Eintritt betrug für Tänzer 50, für Nichttänzer 30 Pfennig. Auswärtige mussten 1 Reichsmark zahlen."
Seitdem richtet die Wehr - ausgenommen die Zeit des Zweiten Weltkriegs - am Faschingsmontag einen Ball aus. Er fand zunächst in einer der Gaststätten statt, ehe ab 1968 der Pfarrsaal genutzt werden konnte.

Gästen kamen Stunden vorher

Auf diesen Termin entwickelte sich in der Folgezeit ein regelrechter Run: Schon nach dem Mittagessen sicherten sich erste Gäste einen Platz und vertrieben sich bei Schafkopf oder gemütlicher Kaffeetafel die Stunden bis zum Tanzbeginn. Viele Jahre spielte der "Elmus-Express" auf und lockte viele Besucher, so dass das Pfarrheim aus allen Nähten platzte.

Als 1986 die Wilhelm-Hegler-Halle fertig war, stand für die Feuerwehr eine schwierige Entscheidung an: Bleiben wir trotz der Platznöte im zentral gelegenen Pfarrheim oder wagen wir den Schritt in die am Dorfrand stehende neue Halle? Werner Mützel, damals 2. Kommandant, erinnert sich an die Diskussion: "Für einen Umzug waren zunächst mit mir nur Erich Karch und Ekkehard Schmitt. Erst als nach mehreren Sitzungen klar war, dass genügend Helfer gefunden waren, gab es ein Ja. Ungewiss war, wie viele Besucher kommen. Erst sollte nur die halbe Halle genutzt werden. Schließlich aber einigten sich die Verantwortlichen auf die Großlösung. Das war gut so; denn mit 470 Personen wurden die Erwartungen weit übertroffen."

Rund 45 Helfer nötig

Zu den Helfern der ersten Stunde gehörte Ekkehard Schmitt, der sich der Küche 23 Jahre lang annahm: "Das Personal, im Schnitt sieben Frauen, fand ich immer schnell. Meist standen die Ehemänner an der Getränkeausgabe, die Erich Karch lange organisierte."

Werner Mützel kümmerte sich um den Barbetrieb, den inzwischen sein Sohn Frank managt. Generell gab es bis heute nie Helfersorgen, obwohl im Vergleich zum Pfarrheim viel mehr Kräfte, nämlich etwa 45 Personen, nötig waren.

Im Foyer lief - von Inge Hierold angeregt - viele Jahre lang eine Kaffeebar. Heute ist dort neben Einlasskontrolle die Bar. Verantwortlich für Speisen ist heute Thorsten Duda, für Getränke sind es Matthias Schmitt und Sebastian Thein, die Kassengeschäfte regelt Alexander Böse.

Zum 29. Mal richtet die FFW in der Hegler-Halle am 3. März ihren Rosenmontagsball aus. Wenige Tage später starten Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckstätte, so dass im nächsten Jahr neue Planungen etwa für Dekoration anstehen.

In den letzten Jahren spielten "Die Hambacher" auf. Heuer gastiert die Coverband "Obacht", sieben Musiker, um mächtig einzuheizen.

Der Erlös des Balles floss in die Beschaffung neuer Fahrzeuge, einen Elektroantrieb für Tore des Feuerwehrhauses, neue Geräte, eine neue Küchenzeile, sowie die Sanierung der WC-Anlagen und die laufende Ergänzung der Ausrüstung.