von unserem Redaktionsmitglied Ralf Ruppert

Bad Kissingen — Die Kritik am Kurbähnle ist auch im Stadtrat angekommen: "Natürlich kann es nicht angehen, dass sich Bürger und Gäste quasi ausgesetzt fühlen", kommentierte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) die jüngsten Fälle. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass es sich um einen privaten Betreiber handelt: "Die Stadt Bad Kissingen steht in keinerlei vertraglichem Verhältnis mit dem Betreiber." Es bestehe auch keine Beförderungspflicht.

Gesetzliche Abhol-Pflicht?

Michael Heppes (CSU) verwies jedoch auf das Personen-Beförderungsgesetz: "Wenn ich eine Beförderung anbiete, jemanden irgendwohin fahre und einen Fahrplan aushänge, dann muss man denjenigen auch abholen", stellte der Jurist klar. Blankenburg, selbst Jurist, ergänzte auf Nachfrage aus dem Stadtrat, dass beim Kauf einer Hin- und Rückfahrkarte vermutlich sogar ein Anspruch auf Abholung mit dem Bähnle bestehe. Ansonsten aber sei nur wichtig, dass die Abholung am Wildpark Klaushof überhaupt gesichert sei: "Notfalls auch mit einem Taxi."
"Er wirbt ja mit unserem Namen und mit der Kur", begründete Heppes seine Forderung, dass das Kurbähnle zumindest zwei bis drei Mindestfahrten anbiete: Die Besucher sollten mittags zum Klaushof und am Abend wieder zurück in die Stadt kommen. "Es liegt natürlich im Interesse der Stadt, möglichst verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen", kündigte Blankenburg an, erneut mit dem Betreiber zu sprechen. Allerdings verwies er auch auf marktwirtschaftliche Grundsätze: Die Stadt wünsche sich zum Beispiel auch, dass Kissinger-Sommer-Gäste nach dem Konzert noch ein warmes Essen bekommen, regeln müsse das aber die private Wirtschaft.

Spielplatz ist bald fertig

"Es handelt sich ja nicht um einen Einzelfall", begründete Sigismund von Dobschütz, weshalb die Freien Wähler das Thema auf der Tagesordnung haben wollten. Und: "Es betrifft unsere Gäste im Wildpark Klaushof." Deshalb müsse die Stadt auch ein Interesse daran haben, dass der Transport funktioniere. Wichtig ist Sigismund von Dobschütz, "dass die Verwaltung und die Staatsbad GmbH weiterhin sensibilisiert werden." Geprüft werden soll auch, ob der Klaushof möglicherweise in die Route der Sammel-Taxen integriert werden könnte.
"Schon seit Monaten ist der Abenteuer-Spielplatz im Wildpark teilweise gesperrt", lautete eine andere Kritik der Freien Wähler. "Dies ist höchst bedauerlich, da einerseits die Saison längst begonnen hat und andererseits gerade dieser Spielplatz eine der größten Attraktionen für Familien und Kinder ist." Die für eine Reparatur notwendigen Haushaltsmittel seien längst freigegeben.
"Die ausführende Firma, der Maschinenring, ist durch andere Aufgaben im Wildpark ausgelastet", sagte Horst Geier, Leiter der Bauverwaltung. Das Ende sei aber absehbar: "Momentan sind wir dabei, das fertigzustellen, für die kommende Woche ist die TÜV-Abnahme geplant."