Jetzt muss Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) tapfer sein und bezahlen. Bei einer Bürgerversammlung hatte er um einen Kasten Bier gewettet, dass die Bauarbeiten am früheren Awo-Sanatorium "Fürstenhof" noch in diesem Herbst beginnen. Diese Wette wird er vermutlich verlieren.

Am "Fürstenhof" tut sich nichts. Anne Cheseaux, Verwaltungsratspräsidentin der Fürstenhof SA, sagte, sie denke "eher nicht", dass es noch 2012 losgehe. Aber: "Es ist wichtig, dass man weiß, das Projekt wird realisiert". Es handele sich keinesfalls um einen Stillstand, "wir arbeiten daran, im Hintergrund findet viel statt." Vor einigen Monaten habe die SA mit Architekt Harald Dau einen Projektleiter eingestellt. Momentan gehe es um die Detailplanung vor allem des Innenbereichs.

Die Umgestaltung des "Fürstenhofs" und sein Ausbau zu einem Fünf-Sterne-Hotel sei eine komplexe Angelegenheit und das brauche Zeit. Bei einem solchen Vorhaben, so Anne Cheseaux, könnten durch sorgfältige Planung verursachte Verzögerungen beim der Umsetzung wieder hereingeholt werden.

Anne Cheseaux wollte sich beim Baubeginn nicht festlegen; "da können wir noch nichts Genaues sagen." Die in der Baugenehmigung festgelegten Fristen - 18 Monate nach Erlangen der Bestandskraft - würden aber eingehalten, versicherte sie. Das wäre allerdings auch kein großes Problem. Eine neue Genehmigung könnte rasch erteilt werde.

Auch OB Kay Blankenburg hatte von den Gerüchten gehört, das Projekt werde sich verzögern oder sogar scheitern. Blankenburg sagte dazu auf Anfrage, er habe sich sofort mit der Fürstenhof SA in Verbindung gesetzt und von dort gehört, "wir arbeiten fieberhaft daran."

Nicht verantwortlich für die Verzögerungen sind juristische Schritte eines Nachbarn, der gerichtlich gegen die Baugenehmigung vorgeht. Denn das hat keine aufschiebende Wirkung.

Geplant ist in dem früheren Diabetes-Reha-Zentrum ein Fünf-Sterne-Hotel mit 220 bis 240 Betten. Das Gebäude und die Eigentümer-Villa sollen saniert werden. Zudem sollen drei Häuser mit Appartements oder Ferienwohnungen, ein Spa-Bereich mit Bad und medizinischen Einrichtungen, Restaurants, Tiefgaragen, Geschäfte auf knapp 1000 Quadratmetern und Betriebe entstehen. Ein Hotelneubau soll 158 Betten in 79 Zimmern haben. Im nahen Schweizerhaus soll es Seminarräume geben. Die Kosten stehen noch nicht fest. Die Rede ist mittlerweile von 70 Millionen Euro. 40 Millionen sollen aus Eigenmitteln fließen, zehn weitere Millionen durch den Verkauf von Ferienwohnungen. Bauherrin ist die Fürstenhof SA mit Sitz in der Schweiz und einem Eigenkapital von 10,6 Millionen Franken. Sie wurde 2008 gegründet. Dahinter stehen Investoren aus Russland. Die schon einmal verschobenen Arbeiten sollten im Herbst 2012 beginnen und Ende 2014 abgeschlossen sein. ed