"Wir freuen uns schon immer auf die gastfreundliche Aufnahme in Aschach" meint Edwin Hofmann, der Wallfahrtsleiter der Kreuzbruderschaft Arnstein. Denn nicht nur die Quartiere sind hier sehr gut, auch die Bewirtung ist jedes Mal vorbildlich, so Hofmann.
"Du schaffst meinen Schritten weiten Raum" - unter diesem Motto stand die 367. Kreuzbergwallfahrt der Arnsteiner, die auf dem Weg zum "Heiligen Berg der Franken", dem Kreuzberg, in Aschach Quartier bezogen. Und einige Schritte sind tatsächlich nötig, bis die Pilger ihr Ziel erreicht haben. Zwei Tage und 66 Kilometer dauert es, bis sie am Kreuzberg angelangt sind, zwei weitere Tage, bis sie wieder Arnstein erreichen.
Dass die Wallfahrer sich nach einem langen Tag stärken können, dafür sorgen die guten Geister beim TSV Aschach, die die Pilger in der Zehnthalle bewirten. Doch bevor es soweit ist, zieht man zuerst in der St.-Trinitatis-Kirche in Aschach ein, wo es noch einmal eine kleine Andacht gibt. Hier wird von Präses Tadeusz Falkowski auch immer die mitgebrachte Kerze angezündet, die dann in der Kirche verbleibt und auch unter dem Jahr an die Arnsteiner erinnert.

Zum 25. Mal dabei

Eine der rund 230 ankommenden Pilger war in diesem Jahr Rebecca Kimmel aus Unteraltertheim, die gleichzeitig auch als Fahnenträgerin aktiv ist. "Ich bin das erste Mal mitgelaufen, als ich drei Jahre alt war" so die 27-jährige, die seitdem in jedem Jahr dabei war. So hat sie es geschafft, mit den Arnsteinern bereits zum 25. Mal den Kreuzberg zu erklimmen. "Es macht jedes Mal wieder Spaß und man freut sich schon viele Wochen im voraus darauf, dass die Wallfahrt wieder losgeht", meint Kimmel mit einem Lächeln.

Auszeit vom Alltag

Auch das ist etwas, was typisch für die Pilger ist: Die gute Laune, die sie im Gespräch allenthalben verbreiten. Man ist mit jedem auf Du und Du und man merkt, dass die Wallfahrt auch eine Auszeit vom Alltag ist. Besonders das enge Band auch zwischen den Gastgebern und den Pilgern ist es, was selbst Außenstehende fasziniert.
"Man begrüßt sich immer innig, wenn man bei den Aschachern ankommt. Meist ist die ganze Gastfamilie vor Ort, so dass auch schon einmal Freudentrännen fließen", gesteht Kimmel. Doch nicht nur für die Pilger, auch für die Aschacher ist es in jedem Jahr eine große Freude, wenn die "Arnsteiner" wieder kommen. So auch für Horst Krapf, der seit mehr als 20 Jahren immer vier Pilger bei sich aufnimmt. "Wir kommen super miteinander zurecht und es hat sich eine Freundschaft untereinander entwickelt", meint Krapf. So telefoniert sie auch unter dem Jahr regelmäßig miteinander und bleiben in Kontakt.

Seit fast 40 Jahren Koordinatorin

Was in Aschach auffällt ist, wie schnell die Quartiere vergeben sind und wie ruhig das ganze Prozedere vonstatten geht. Dass hier alles so gut klappt, ist das Verdienst von Elisabeth Hein, die seit fast 40 Jahren Quartiermeisterin in Aschach ist und für die Koordination sorgt.
"Wenn wir Frau Hein nicht hätten, würden wir alt aussehen. Sie sorgt immer dafür, dass alles reibungslos klappt", ist Wallfahrtsleiter Edwin Hofmann voll des Lobs. Elisabeth Hein sorgt dafür, dass die Pilger in Aschach, aber auch in Bad Bocklet und Großenbrach unterkommen. "Ich bekomme rund zehn Tage vorher Bescheid, wie viele Pilger kommen und kümmere mich dann um die Unterkünfte", sagt die Quartiermeisterin. Dabei kann sie auf zahlreiche Gastfamilien zurückgreifen, die teilweise seit Jahrzehnten regelmäßig Pilger aufnehmen. Ihr macht es Spaß, das ganze zu koordinieren und sie will deshalb auch in den nächsten Jahren damit weitermachen.

Kränze für die Pilgerkreuze

Nachdem die Arnsteiner den Kreuberg erreicht haben, wallen sie wieder zurück, und übernachten erneut in Aschach. Hier wurden dann auch die berühmten Kränze gebunden, mit denen die Pilgerkreuze geschmückt werden. Hierzu verwendet man die Blumen, die man auf dem Nachhauseweg gesammelt hat. Die Musik spielt außerdem auf, so dass das Ganze einen feierlichen Rahmen hat. In diesem Jahr freute man sich bei der Wallfahrt zum Kreuzberg über das schöne Wetter, was die Pilgerschaft doppelt so angenehm macht. Und auch im nächsten Jahr wird man wieder Rast in Aschach machen. Schließlich hat sich das seit Jahrzehnten bewährt und es sind zahlreiche Freundschaften entstanden.