Als Zeichen der deutsch-amerikanischen Freundschaft wurde am Freitag, 26. Juli, eine Gedenktafel enthüllt. Die feierliche Zeremonie fand auf dem Rathausplatz statt. Am 6. April 1945 befreiten die amerikanischen Truppen die Region um Wildflecken von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. 1951 bis 1994 lebten rund 8000 US-Soldaten mit ihren Familien mitten unter der Wildfleckener Bevölkerung und trugen maßgeblich zu Friede und Freiheit in Europa bei. Die Freundschaft bleibt über den Atlantik hinweg bestehen. Daran sollt die Tafel erinnern.

Jede Menge Interessierte fanden sich auf dem Rathausplatz ein, um die besondere Zeremonie mitzuerleben. Ehrengäste wie Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Generalkonsul William E. Moeller aus München und Brigadegeneral Johann Berger, Kommandeur des Landeskommando Bayern, waren angereist. Das Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim schaffte mit ausgewählten Stücken einen tollen Rahmen. Auch die örtlichen Vereine - wie der Schützenverein, die Freiwillige Feuerwehr und der SC, alle aus Oberbach, die Soldaten- und Kriegerkameradschaft und der Gesangverein aus Wildflecken und die Reservistenkameradschaft Machtilshausen - waren vertreten.

Emotionale Worte zur Zeremonie

Bürgermeister Alfred Schrenk (SPD), erinnerte sich zurück an die Zeit, als die Amerikaner nach Wildflecken kamen und den "American Way of life" in die Region brachten. "Man lebte zusammen, Freundschaften wurden geschlossen und die jeweils andere Kultur und Lebensweise lernte man kennen," erzählte Schrenk aus dieser Zeit. Viele Bürger haben auch jetzt noch Kontakt zu Amerikanern, die damals hier gelebt haben, wie er selbst auch. Mit ein wenig Wehmut denke er oft an diese Zeit zurück. Brigadegeneral Berger brachte es mit einem chinesischen Sprichwort genau auf den Punkt: "Ein guter Freund ist der größte Reichtum."

Ein sehr wichtiger Teil der Festivität, bevor die Gedenktafel enthüllt wurde, war das ehrenvolle Gedenken an die Gefallenen und Vermissten sowie die Kameraden im Einsatz. Ein Tisch gedeckt mit Symbolen und ein leerer Stuhl erinerte an alle, die nicht an diesem Ehrentag dabei sein konnten.

Mit emotionalen Worten trugen Captain Amy Becker und Oberst a.D. Hans Rohrmüller das Gedächtnis vor. So stehe zum Beispiel die rote Rose auf dem Tisch für das Blut, das vergossen wurde, um die Freiheit der Staaten zu sichern. Das Salz stehe für die Tränen der Familien, die auf ihre Liebsten warten. Der Stuhl sei leer, denn die Soldaten können nicht hier sein. Doch die Kerze symbolisiere das Licht der Hoffnung, dass sie unversehrt zurückkehren mögen.

Luftballons als Zeichen der Freundschaft

Ein besonderes Highlight präsentierten die Wildfleckener Kindergartenkinder: Zu "Amacing grace" vom Heeresmusikkorps 12 ließen sie ganz viele Luftballons in den Nationalfarben der Deutschen und Amerikaner in den Himmel steigen. Begeistert schauten die Gäste immer wieder nach oben und sahen den stetig kleiner werdenden bunten Ballons nach.

Nach der Enthüllung erhoben sich alle von ihren Plätzen und die beiden Nationalhymnen und das Bayernlied wurden gespielt. Ein ergreifender Moment, der alle Anwesenden verband.

Bei dem anschließenden Empfang, zu dem die Ehrengäste mit zwei amerikanischen Jeeps gefahren wurden, überreichte Bürgermeister Alfred Schrenk noch einige Präsente an Organisatoren und Ehrengäste. Unter anderem erhielten die US-Gäste Col. James E. Saenz, Capt. Amy Becker und First Sergeant James S. Yuras einen Wimpel von Wildflecken, der eigens für diesen Tag angefertigt wurde, sowie die DVD "Ein wilder Flecken - A wild Place".

Die aufwändig gearbeitete Tafel mit Inschrift, Wappen und Flaggen besteht aus Bronze. Der Modloser Heinz Leitsch hat das Design entworfen.