Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungendie Laienspielgruppe des TSV Oerlenbach, die über Weihnachten zu Theaterabenden mit dem Lustspiel "Ich heirate nie!" in das Pfarrheim einlädt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Regie führt Andreas Schmitt.
"Wir besuchen Aufführungen anderer Laienspielgruppen. Daneben gehe ich die Angebote einzelner Theaterverlage durch. Sprechen mich Inhalte an, so besorge ich mir einzelne Stücke, um die Details kennen zu lernen. Daraus wähle ich zwei oder drei Werke aus, ehe ich sie bei unserem alljährlichen Treff an Allerheiligen vorstelle. In der Theatergruppe fällt dann die Entscheidung", schildert er die Vorarbeit, die in die Besetzung der einzelnen Rollen mündet.


Mitwirkende aus der Umgebung

"Bei den Männern haben wir manchmal Probleme Mitwirkende zu finden. In diesem Jahr stieß Ralf Bretscher aus Maibach neu zu uns. Sonst hätte ich selbst einspringen müssen. Damenrollen können wir seit Jahren leichter vergeben. Toll ist, dass sich auch Interessenten aus der Umgebung anbieten", ergänzt Schmitt. Zunächst machen Leseproben mit Text und Geschehen vertraut. Ab Dezember folgt die Arbeit auf der Bühne. Tage und Zeiten werden auf die Darsteller abgestimmt, um möglichst alle vor allem dann, wenn die Vorstellungen näher rücken, an Bord zu haben. Das Drumherum wie Bühnenbau, Kostüme, Maske und Souffleuse übernehmen Darsteller bzw. Angehörige. "Unter dem Strich sind wir ein eingespieltes Team. Heuer haben wir die Wände neu tapeziert bzw. gestrichen. Inventar bringen wir von zu Hause mit. Manches wird aus dem Lagerraum unter der Bühne hervorgeholt", erklärt Schmitt.


Schon viel Erfahrung

Wie erwähnt stieß Ralf Bretscher neu dazu: "Meine Frau ist mit Nicole Büttner, die seit Jahren mitmacht, befreundet. Da ich selbst früher in der Theatergruppe der Pfarrei Maximilian Kolbe in Schweinfurt mitgespielt habe, bot ich mich einfach an. Die mittelgroße Rolle als Wünschelrutengänger gefällt mir prima." Lange Erfahrung bringt Anja Mützel mit: "1999 war ich im Lustspiel  ,Ja wenn der Opa nicht wär' zum ersten Mal dabei. Kleinere und größere Rollen wechselten sich ab. Die Besetzung regelt Andi, der weiß, was er den einzelnen zutrauen kann. Zwei Monate der Vorbereitung reichen."


Jede Rolle recht

Zu den Erfahrenen gehört auch Thomas Saal, der ebenfalls 1999 Premiere feierte. Nicht immer war er auf der Bühne, half dann aber im Hintergrund. Er weiß als langjährig Aktiver und Abteilungsleiter im TSV, dass die Theatererlöse ein wichtiger Beitrag sind, vor allem die Aufwendungen für die Jugendarbeit zu bestreiten. Er hat sich inzwischen wie weitere Akteure zu einer Kultfigur entwickelt. "Ich übernehme jede Rolle, hab meinen Spaß und freue mich, wenn die Gäste uns Beifall spenden", betont er. Aber er muss sich erst gar nicht groß in Szene setzen, sondern wird gleich von seinen Fans mit Applaus begrüßt.
Die Komödie lehnt sich ein wenig an den eingebildeten Kranken von Moliere an. Da ist der Sohn Peter, den seine Eltern Alois und Gunda nicht an eine Frau verlieren wollen. Sie spielen die Kranken - dem Vater ist das sichtlich zuwider - die der Sohn fürsorglich pflegt. Das passt den Großeltern ganz und gar nicht. Sie suchen für den Enkel per Heiratsanzeige eine Frau fürs Leben. Dazu engagieren sie skurrile Gestalten, die für Irrungen und Verwirrungen sorgen.


Vorhang auf an Weihnachten

Die Theatergruppe ist bestens vorbereitet, wenn am zweiten Weihnachtsfeiertag der Vorhang fällt. Lange Jahre stand Regisseur Andi Schmitt selbst auf der Bühne: "Ich bin stolz auf meine Truppe, die immer ihr Bestes gibt." Das Theaterspiel hat im TSV lange Tradition. Schon die Gründungsväter legten in der Satzung fest, Sport und Kultur gleichermaßen zu fördern. In Protokollbüchern ab 1931 finden sich Hinweise auf Aufführungen nach dem 1. Weltkrieg.

Termine: 26., 27. und 30. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr im Pfarrheim

Vorverkauf:
Samstag, 10. Dezember, von 18 bis 20 Uhr im Sportheim
Donnerstag, 15. Dezember, von 19 bis 21 Uhr im Sportheim
Samstag, 17. Dezember, von 19 bis 21 Uhr im Sportheim

Mitwirkende: Matthias Besler, Ralf Bretscher, Nicole Büttner, Gabi Heinrich, Jonas
Kiesel, Yvonne Kleinhenz, Ina Möller, Anja Mützel, Marina Schachenmayer-Wiesend, Thomas Saal und Holger Sempert

Regie: Andreas Schmitt