Auch wenn das Wetter nicht mitspielte, wurden am Vorabend des 1. Mai überall im Landkreis Bad Kissingen die traditionellen Maibäume aufgestellt. Wo es ging, wurde trotz des schlechten Wetters gefeiert.
In Bad Kissingen wurde der Maibaum am Marktplatz ohne weitere Feierlichkeiten aufgestellt. Anders war es in den Stadtteilen, wo die örtlichen Vereine und Feuerwehren kräftig Hand anlegten.
Auf dem Saint-Marcel-Platz in Nüdlingen wurde am Donnerstag durch ein Dutzend kräftiger und erfahrener Männer des Heimatvereins der in den Landesfarben geschmückte Maibaum aufgerichtet. Die etwa 18 Meter lange Birke wurde mit traditionellen Hebewerkzeugen Zug um Zug in die Senkrechte gebracht und sogleich sicher verankert. Eine zusätzliche Armierung des Stamms mit langen Eisenbändern sollte Übeltäter davon abhalten, den Maibaum zu fällen.
Hunderte von Ortsbürgern, Alt und Jung, waren zum Ortsmittelpunkt gekommen, um den Beginn des Wonnemonats gesellig zu feiern. Viel Beifall erhielt eine Gruppe von Kindergartenkindern, die um den Maibaum herum tanzten und Frohsinn ausstrahlten. Die Band "Happy Schnitthappys" unter der Leitung von Gregor Winkler begeisterte die Anwesenden mit flotten Melodien.

Neue Zunftfiguren

In Bad Brückenau stand der Maibaum bevor der große Regen kam und die Bürgermeisterin war wieder auf dem Boden. Zusammen mit Gerhard Knüttel "ging sie in die Luft" und den Schlupp zu lösen, mit dem der Kran den großen Baum nach oben gezogen hatte. Die Mannschaft auf dem Boden sorgte dafür, dass er fest in den Haltestand eingerammt wurde. Zuvor begrüßte Brigitte Meyerdierks die zahlreichen Gäste auf dem Marktplatz und die aktiven Helferinnen und Helfer der verschiedenen Gruppen, die "alle mithelfen und dafür sorgen, dass wir ein schönes Fest miteinander feiern können". Die neuen Zunftfiguren wurden am Marktplatz, vor dem Aufstellen, von Bauhofmitarbeitern an den Baum angebracht. Ganz froh waren alle, die unter der ausgefahrenen Markise am Rathaus Schutz vor dem Regen finden konnten. Nässe und Kälte sorgten leider dafür, dass die Aufenthaltsdauer für manche Besucher nicht ganz so lange andauerte, trotz Musik und Schießbude, lecker Essen und Trinken.
Bei schlechter werdendem Wetter ging es in Römershag um 18.05 Uhr am Feuerwehrhaus los. Mit dem Traktor wurde der geschmückte Maibaum durchs Dorf gezogen und musikalisch von den Dorfmusikanten unter der Leitung des 1.Vorsitzenden Erwin Miller begleitet.
Der 3. Bürgermeister Dieter Seban hatte dazu erstmals den Start von seiner gegenüberliegenden Garage aus erteilt. Etwa 110 Besucher konnten dann am Sportheim Römershag miterleben wie der Maibaum mittels Manneskraft aufgestellt wurde.

Tanz um den Mini-Maibaum

Leider begann genau in diesem Moment der Regen, so dass die 17 Kindern des örtlichen Kindergartens unter der Anleitung von Bärbel Slowik und zwei weiteren Erzieherinnen kurzerhand in den Sportheim-Saal ausweichen mussten, um dort um einen Mini-Maibaum als Mittelpunkt tanzen zu können. Der Festausschuss nun bestehend vor allem aus Spielern der 1. Mannschaft unter der Leitung von Andreas Miller und dank der guten Vorbereitung von Theo Borimann konnte gut geschützt am Hinterausgang des Sportheims dem Andrang der hungrigen Gäste Herr werden.


Männerkraft und Frauenpower

Seit 43 Jahren findet im Münnerstädter Ortsteil Reichenbach alljährlich der "Tanz um den Maibaum" in besonderer und origineller Weise statt. Und immer wieder und immer noch zieht es am 1. Mai viele Besucher aus Nah und Fern in das am Fuße des Michelsberg gelegene Dorf. Sogar aus Thüringen kommen treue Besucher, wie Monika Beermann und Waldemar Mühlfeld, die alljährlich in Reichenbach mitfeiern: "Es ist immer wieder schön, etwas ganz Besonderes, uns gefällt es einfach hier dabei zu sein!" So meinen die beiden einstimmig und lassen sich dabei das Stück heißen "Zwübbelblooz" munden, gerade frisch vom Backofen nebenan geholt. Und das ist, es ja, was das Besondere am Reichenbacher "Tanz um den Maibaum" ausmacht: Seit mehr als vier Jahrzehnten der altvertraute Ablauf, bodenständige Speisen und Getränke, Besonderheiten wie das Einholen des Maibaums ins Dorf im Festzug mit Musik voran; das Aufrichten des geschmückten Maibaumes durch vereinte Kräfte der Burschen und Männer und die Trachtentänze. Und dazu fast immer, wie auch diesmal wieder, leidliches Festwetter zum Feiern unter freiem Himmel.


Und dann ein Zwübbelblooz

Viele der auswärtigen Besucher, gleich ob sie zu Fuß, per Fahrrad oder Kraftfahrzeug nach Reichenbach gekommen sind, schwärmen von der nur hier angebotenen Köstlichkeit, nämlich dem in den traditionellen Steinbacköfen gebackenem Zwiebelkuchen, hier als "Zwübblblooz" bekannt und beliebt. Dieser soll übrigens eine hervorragende Frühjahrskur für Magen und Darm sein - und schmeckt dazu auch noch vorzüglich. Dass sehr viel Handarbeit dahinter steckt und die freiwilligen Helferinnen und Helfer, nach tagelangen Vorbereitungen, schon ab sechs Uhr in der Früh am und in den Backöfen am Werkeln sind, sieht ja niemand. Und den meisten in der großen Helferschar, zumeist aktive Mitglieder des austragenden "Sängerkranz Reichenbach", macht es sogar Spaß. "Für mich ist es heuer das erstem Mal...", meint z. B. Sabrina Übel beim Zwiebeldämpfen im Geruch- und Hitzegefülltem Backhaus dazu, "...aber es macht echt Freude und ich bin bestimmt im nächsten Jahr wieder mit dabei!" Fazit zum "Tanz um den Maibaum" in Reichenbach durch 2. Vorsitzenden Lothar Hillenbrand: "Es war Super! Wetter hat gepasst, viel Besucher, gute Stimmung, es war was los! Den Gästen hat"s gefallen, alles hat geklappt, nichts ist passiert - besser kann"s nicht sein!"
mna/ksta/bkw/red