Es gibt auch gute Nachrichten von der Staatsbad GmbH: In den ersten vier Monaten hat es bei den Übernachtungszahlen eine Steigerung von 8,5 Prozent gegeben, obwohl mit dem Steigenberger Hotel und mit "Kissinger Hof" zwei hochwertige Häuser weggefallen sind. Deren Ausfall sei "überkompensiert" worden, sagte Kurdirektor Gunter Sauer. Er sei zuversichtlich, dass 2012 insgesamt ein gutes Jahr wird.

Es hat zumindest - quer durch alle Gästegruppen - erfreulich angefangen. Von Januar bis April gab es 452.971 Übernachtungen. Das waren 35.361 mehr als im Vorjahreszeitraum. Sauer sagte, die Entwicklung habe sich im Mai zwar leicht abgeschwächt. Dennoch habe es auch im "Wonnemonat" 2012 ein leichtes Plus gegeben. "Erstaunlich" sei das Wachstum über alle Gästegruppen hinweg. In allen vier Monaten wurden die Vorjahreszahlen übertroffen. Im Februar sogar um 8,7 Prozent.

Zu den Ursachen sagte Sauer, die allgemeine wirtschaftliche Lage, das Wetter mit dem milden Winter und dem baldigen Frühjahr hätten die Entwicklung begünstigt. Die Hotels hätten zum Teil sehr starke Monate gehabt. Das sei auch auf deren Vermarktungbemühungen zurückzuführen. Es gebe mehr Tagungen als 2011, neue Kunden seien gewonnen worden.

Etwas gestiegen ist nach Angaben des Kurdirektors die Verweildauer: um 0,1 auf 7,0 Nächte. Versicherungsgäste bleiben im Schnitt jedoch nur noch 26,6 Nächte (Vorjahr: (27,5).


"Selbstläufer" Psychosomatik



Ein führendes Tagungs- und Wellnesshotel Bad Kissingens ist das "Frankenland". Der Geschäftsführende Direktor Theo Hergenröther zeigte sich mit den vergangenen Monaten zufrieden. Er sprach von Steigerungen von rund fünf Prozent bei den Tagungen und von 2,5 bis drei Prozent im individuellen Bereich. Der Wegfall der Beamtenbund-Tagungen vor einigen Jahren sei längst ausgeglichen worden. Sein Hotel habe neue Gäste gewonnen. Viel laufe mittlerweile über Internetwerbung und -buchungen. 30.000 und mehr Klicks gebe es pro Monat.

Zwei Kliniken mit zusammen 250 Betten hat die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) in Bad Kissingen. Die Auslastung beträgt nach Angaben des Kaufmännischen Direktors Horst Schünzel fast genau 100 Prozent. Das sei in den vergangenen Jahren schon immer so gewesen. Da habe sich nicht so viel geändert. Er sei seit 1983 im Haus, so Schünzel, schon damals sei in der "Rhön"-Klinik die Belegung mit weit über 90 Prozent "toll" gewesen. Nach wie vor gebe es bei der Psychosomatik eine starke Nachfrage mit steigenden Antragszahlen. Das sei "ein Selbstläufer".

Der "Heiligenhof" hat zwei starke Standbeine: Die Jugendherberge und Weiterbildungsmaßnahmen von Firmen. Im ersten Quartal sei insgesamt ein Plus von vier Prozent erreicht worden. Geschäftsführer Steffen Hörtler sagte, in der Jugendherberge habe es 2011 über 33.000 Übernachtungen gegeben. Auch heuer sei die Herberge gut belegt, obwohl jetzt "nicht die klassische Zeit" dafür sei.


Plus trotz Pleite



Das Tagungsgeschäft laufe ausgesprochen gut. Eigentlich hätten es sogar 15 Prozent sein sollen, doch dann kam die Schlecker-Pleite dazwischen. Die Drogeriekette wollte eigentlich hier wieder etliche Mitarbeiterschulungen abhalten. Es sei aber gelungen, so Hörtler, mit dem Dänischen Bettenlager einen neuen Großkunden zu gewinnen. Die Tagungsbelegung mache inzwischen mehr als 50 Prozent beim "Heiligenhof" aus.

Insgesamt hat sich für das Staatsbad Bad Kissingen ein Plus von 8,5 Prozent ergeben. Bei den Privatgästen betrug die Zunahme starke 18,3 Prozent (194.096 Nächtigungen), 14,3 Prozent (plus 3730) waren es bei Tagungen, Seminaren und beruflich bedingten Aufenthalten. 2,1 Prozent mehr wurden bei den Versicherungsgästen gemeldet (258.875 nach 253.486). 18,3 Prozent (von 164.124 auf 194.096) hat der Zuwachs bei Privatgästen betragen. Die Zahl der Ankünfte aller Gästegruppen insgesamt ist um 7,1 Prozent von 60.545 auf 64.869 angestiegen (plus 4324). Bei den Kurzurlaubern inklusive den "Einnächtlern" und "Schnupperkarten-Gästen" wurde eine Steigerung von erfreulichen 9,9 Prozent errechnet (von 10.842 auf jetzt 11.912).