Das Projekt "Tele-View für Flüchtlinge", das vom Zentrum für Telemedizin (ZTM) Bad Kissingen, der Rhön Klinikum AG und der Neurologischen Klinik Campus Bad Neustadt Anfang dieses Jahres ins Leben gerufen worden ist, ist in Berlin mit dem Karl Storz Telemedizinpreis ausgezeichnet worden. Es wurde im Rahmen eines Fachkongresses unter allen Wettbewerbsbeiträgen zum Gewinnerprojekt erklärt.


Für Notunterkünfte

Sebastian Dresbach und Dr. Asarnusch Rashid, beide Geschäftsführer des ZTM, sowie Prof. Dr. Bernd Griewing, Vorstand Medizin der Rhön Klinikum AG und Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik Bad Neustadt, nahmen die Auszeichnung in der feierlichen Abendveranstaltung entgegen.
Mit einem Videokonferenzsystem und einer App konnte das Team im Rahmen einer Pilotstudie demonstrieren, dass Ärzte mit Migrationshintergrund eine Notunterkunft bei der medizinischen Versorgung via Telemedizin unterstützen können. Das Bayerische Rote Kreuz übernahm dafür die Betreuung vor Ort.
Ziel des Projektes sei es gewesen, einen Beitrag zur aktuellen Flüchtlingssituation zu leisten, indem moderne gesellschaftliche Strukturen zur medizinischen und kulturellen Integration geschaffen werden, heißt es in einer Meldung an die Presse. Die Innovation habe dabei nicht in der Technik selbst bestanden, sondern in der Integration von ehrenamtlich tätigen Ärzten in der Flüchtlingsversorgung. Außerdem sei auch eine Entlastung des deutschen Gesundheitssystems beabsichtigt gewesen.


Weiteres Potenzial

Die beiden ZTM-Geschäftsführer, Sebastian Dresbach und Asarnusch Rashid freuten sich sehr über den Preis: "Wir sind sehr stolz, dass wir mit "TeleView für Flüchtlinge" diese großartige Auszeichnung erhalten", so Sebastian Dresbach. "Wir sind sicher, dass wir diesen Ansatz zukünftig auf weitere Einrichtungen ausweiten werden und damit die medizinische Versorgung von Flüchtlingen um telemedizinische Komponenten erweitern können", ergänzte Asarnusch Rashid. Das Projekt habe noch sehr viel Potential, um neue Wege der (tele-) medizinischen Versorgung zu gehen, sagte Bernd Griewing.
Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin vergibt jährlich in Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Unternehmen der Gesundheitsbranche und weiteren Partnern einen Innovationspreis Telemedizin, den sogenannten Karl Storz Telemedizinpreis. Mit diesem Preis sollen Institutionen, Einzelpersonen oder interdisziplinäre Arbeitsgruppen beziehungsweise Projekt-Initiativen ausgezeichnet werden, die sich in besonderem Maße um die Telemedizin verdient gemacht haben, heißt es.


In ganz Europa

Das Zentrum für Telemedizin (ZTM) Bad Kissingen baut telemedizinische Netzwerke auf und vernetzt die Akteure im Gesundheitswesen, sowohl für die Modellregion Rhön, als auch in weiteren Regionen Deutschlands und sogar in anderen europäischen Ländern. red