"Wenn eine Stadt eine menschliche Stadt sein will, gehört ein Projekt wie die Tafel einfach dazu", mit diesen Grußworten leitet Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) die Jahreshauptversammlung der Kissinger Tafel im Mehrgenerationenhaus ein. Die scheidende Vorsitzende Iris Hönig gibt nach 12 Jahren das Amt der Vorsitzenden an die bisherige Schatzmeisterin Marina Schachenmayer-Wiesend ab.


Erfolgreiche Aktionen

In ihrem letzten Jahresrückblick 2015 stellte Hönig die Zahlen und Entwicklungen der Kissinger Tafel dar. Zu Ostern konnten die Kleinen sich wieder über Kinogutscheine für den Kinopalast in Kissingen freuen. Beim Sommerfest im Juli kamen Helfer wie Bedürftige gleichermaßen auf ihre Kosten. "Zusammen arbeiten, zusammen feiern", konstatierte Hönig. Unter der Aktion "Versteckte Engel" konnten heuer Büchertaschen an Tafelkinder und Asylkinder übergeben werden. Auch die Aktion "Kauf eins mehr" beim Rewe-Supermarkt in Maßbach war mit 386 verkauften Tüten ein voller Erfolg. Durch Zukauf von Lebensmitteln konnte bei der Weihnachtsausgabe jeder Bedürftige gut versorgt werden. Jede Familie bekam zusätzlich als Weihnachtsgeschenk eine Familienkarte für den Klaushof.


115 Mitglieder

Zum Jahresende hatte die Kissinger Tafel 115 Mitglieder und 68 ehrenamtliche Helfer, die 2015 circa 9300 (7400 ) Stunden mit Fahrten, Essensausgaben, Logistik und Vorstandsarbeit aufbrachten. Diese versorgen zwei Mal wöchentlich, mittwochs und samstags, 150 Haushalte mit durchschnittlich 2,2 Personen mit Lebensmitteln. Insgesamt waren das 17 160 (13 590 ) einzelne Lieferungen im Landkreis, was einer Steigerung von 26 Prozent entspricht.


Aufnahmestopp

Daher wurde im Oktober 2015 vorerst ein genereller Aufnahmestopp verfügt, um das Ehrenamt als auch die Bedürftigen zu schützen. "Wenn mehr Personen kommen, werden die Lebensmittel nicht automatisch mehr", begründete Hönig die drastische Maßnahme.
Am 11. März 2004 wurde die Bad Kissinger Tafel in der Wärmestube ins Leben gerufen. Im selben Jahr wurden in der Alten Feuerwache in der Salinenstraße die Räumlichkeiten für die Lebensmittelausgabe mit Hilfe des Vereins Kidro und vieler Freiwilliger eingerichtet.
In den ersten Jahren wurden die Abholungen der Lebensmittel von Betrieben im Umkreis und vom Großhandel in Schweinfurt mit privaten Pkw gestemmt. Im September 2006 konnte die Lagerfläche erweitert werden, um mehr Platz für länger haltbare Lebensmitteln zu schaffen. 2009 war der Auftakt für das Projekt "Versteckte Engel", welches Kindern in Notlagen vor Ort mit Sachspenden und Lebensmitteln anonym, unbürokratisch und direkt hilft.
Im gleichen Jahr fand das Bundestafeltreffen in Göttingen statt, bei dem sich die Vorstände der Tafeln aus Deutschland an der "Langen Tafel" zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken treffen.
Im Februar 2014 konnte die Tafel erstmalig ein Kühlfahrzeug in Dienst stellen, um somit vor allem im Sommer Tiefkühlwaren über längere Strecken transportieren zu können. Im April 2014 konnte die Kissinger Tafel ihr zehnjähriges Bestehen an ihrem Standort in der Salinenstraße feiern.
"Ehrenamt muss Spaß machen. Und wir haben Spaß", so die scheidende Vorsitzende Iris Hönig im Blick auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit und die Zusammenarbeit mit ihren Mitstreitern. Unter tosendem Beifall wurde Hönig von den 39 anwesenden Mitgliedern aus ihrer Verantwortung entlassen.


Der neue Vorstand

Die stimmberechtigten Mitglieder wählten Marina Schachenmayer-Wiesend (45) zur neuen Vorsitzenden, die bisher das Amt der Schatzmeisterin bekleidete. Zweite Vorsitzende wurde die bisherige Beisitzerin Dagmar Ziegler (54). Neu im Vorstand ist Rainer Zenner (65), der das Amt des Schatzmeisters übernimmt. Hartmut Großmann (59) wurde in seinem Amt als Schriftführer bestätigt. Weitere Vorstandsmitglieder wurden Angela Kahle und Ursula Bürger. Die bisherige Vorsitzende Iris Hönig wird als Kassenprüferin zusammen mit Emmi Kleinhenz dem Vorstand der Tafel weiter zur Seite stehen.